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2.11.15
Ende und Anfang - die Ahnenzeit
Noch ist der Herbst golden, doch das wird sich bald ändern. Der erste richtige Frost holt die Blätter von den Bäumen und Sträuchern, bis diese nur noch als kahle Gerippe dastehen. Alles Leben scheint sich in die Unterwelt zurückzuziehen.
Weiße Nebel verhüllen die Sicht, manches lässt sich darin nur noch erahnen. Die Schleier zwischen den Welten werden durchsichtiger. Das ist die Zeit, in der diejenigen spürbar werden, die vor uns über die Erde wanderten. Unsere Vorfahren, die Ahnen, winken von der anderen Seite und wollen teilhaben am Leben ihrer Nachfahren. Wir laden sie ein, indem wir für sie Lichter in ausgehöhlten Rüben, Kürbissen, in Laternen und als Adventskerzen anzünden und ihnen vielleicht die eine oder andere Speise hinstellen.
Und wieso Anfang? In manchen vergangenen Kulturen begann das neue Jahr zu dieser Zeit, so wie die Alten den neuen Tag auch am Abend begannen. Das ist ein ganz anderes Denken und Empfinden. Das Neue abends oder zum Jahresausklang zu beginnen, bedeutet, der Seele Raum zu geben, die Veränderungen zu erspüren, bevor der Körper beginnt, die neuen Impulse in die Tat umzusetzen.
6.9.15
Herbstbeginn - die Suche nach Balance
Der September schafft einen Übergang von der warmen zur kalten Jahreszeit, indem er uns noch einige sommerliche Tage schenkt, die Nächte sind aber schon empfindlich kühl. Je größer die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind, desto prächtiger und "feuriger" erscheint später das Herbstlaub. Aus diesen Extremen, Wärme und Kälte, Tag und Nacht heraus, suchen die Kräfte der Herbsttag- und Nachtgleiche wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Und das sieht letztendlich so aus, dass sich zu den kalten Nächten dann auch die kalten Tage gesellen, weil die Bahn der Sonne unaufhaltsam immer flacher und kürzer wird (bzw. weil unsere Heimatregion auf der der Erde sich immer weiter von der Sonne wegdreht).
So weit, so gut. Und was erleben wir in dieser Zeit? Wir suchen auch das Gleichgewicht der Kräfte. Aus dem lichten, warmen Sommer kommend müssen wir hinein in die Dunkelheit und Kälte der zweiten Jahreshälfte und brauchen dafür Mut und Entschlossenheit sowie die Hilfe unserer Mitmenschen. Abschied und Tod sind ein Thema in dieser Zeit, als auch Dankbarkeit für die Fülle der Gaben des Sommers - Erntedank. Ein Spagat im Denken und Fühlen. Der Abschied stimmt traurig, und die Dankbarkeit stimmt froh und öffnet das Herz und die Hoffnung auf ein Weiterleben. Dies beides gleichermaßen zuzulassen, es gar zu integrieren schafft ein Gleichgewicht im Sein.
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30.7.15
Schnitterzeit
Glühwürmchennächte...
Schwarze Schatten jäh im Grün -
Ein Blatt fällt herab
Plötzliche Erkenntnis: die scheinbar endlose Sommerseligkeit geht doch einmal zuende.
Dazu fällt mir eine Bauernregel für den 26. Juli ein "Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."
In diesem Jahr tun die Wettermacher aber so, als hätten sie noch nie von dieser Regel gehört, und die dritte Hitzewelle dieses Sommers geht über unser Land hinweg. Das Korn ist geschnitten, und die Strohrollen liegen gleichmäßig verteilt auf den Stoppelfeldern. Das Grün der Bäume wird matt und dunkel, und manchmal schleichen sich schwarze Schatten hinein und machen die Kontraste schärfer. Das Licht der Sonne erscheint goldener, und rote Beeren leuchten im Gezweig. Hier und da färben sich auch schon die Äpfel.
Mitte August ist traditionell die Sammelzeit für Heilkräuter vorbei. Stattdessen gingen die Frauen hinaus und sammelten einen blühenden Strauß aus bestimmten Pflanzen und ließen ihn segnen, damit er sie und ihre Familien über die dunkle Zeit beschützen sollte. Manchmal wurde etwas davon abgebrochen und als Schutz- und Heilräucherung verwendet. Gerade in diesem Jahr haben junge Frauen aus einem Nachbardorf diesen Brauch wieder belebt.
Die erste Ernte wird eingefahren. Was haben wir schon geerntet? Was ist aus unseren Wünschen und Projekten vom Jahresbeginn geworden?
Dazu fällt mir eine Bauernregel für den 26. Juli ein "Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."
In diesem Jahr tun die Wettermacher aber so, als hätten sie noch nie von dieser Regel gehört, und die dritte Hitzewelle dieses Sommers geht über unser Land hinweg. Das Korn ist geschnitten, und die Strohrollen liegen gleichmäßig verteilt auf den Stoppelfeldern. Das Grün der Bäume wird matt und dunkel, und manchmal schleichen sich schwarze Schatten hinein und machen die Kontraste schärfer. Das Licht der Sonne erscheint goldener, und rote Beeren leuchten im Gezweig. Hier und da färben sich auch schon die Äpfel.
Mitte August ist traditionell die Sammelzeit für Heilkräuter vorbei. Stattdessen gingen die Frauen hinaus und sammelten einen blühenden Strauß aus bestimmten Pflanzen und ließen ihn segnen, damit er sie und ihre Familien über die dunkle Zeit beschützen sollte. Manchmal wurde etwas davon abgebrochen und als Schutz- und Heilräucherung verwendet. Gerade in diesem Jahr haben junge Frauen aus einem Nachbardorf diesen Brauch wieder belebt.
Die erste Ernte wird eingefahren. Was haben wir schon geerntet? Was ist aus unseren Wünschen und Projekten vom Jahresbeginn geworden?
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19.6.15
Mittsommer
Fülle - Freude -
Feenzauber
Die Meteorologen machen es sich einfach. Seit einigen Jahren setzen
sie den Beginn der Jahreszeiten einfach auf den ersten des jeweiligen Monats.
So gesehen hat der Sommer also schon begonnen. So einige schöne Sommertage
hatten wir ja auch im April, Mai und Juni.
Ihren höchsten Stand am Himmel erreicht die Sonne aber erst am 21.
Juni. In diesem Jahr will ich bewusst nicht dran denken, was danach geschieht,
sondern den Sommer mit allen Sinnen genießen als ob’s kein Morgen gäbe. Jetzt ist die Zeit, in der die schönsten
Blumen blühen und duften, die Beeren sind reif, die Welt ist grün und bunt. Wer
will, bindet sich einen Blüten- oder Eichenlaubkranz und setzt ihn auf. Es ist warm, die jungen
Vögel machen ihre ersten Flugübungen, und im Wald spielen die kleinen Füchse -
so könnte es immer bleiben.„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ heißt es in einem alten Lied, und genau das tun wir, wenn wir rausgehen ins Freibad oder an den Baggersee, in den Park oder auf die Wiese, Picknicken im Grünen, Gartenfeste feiern und Freiluftveranstaltungen besuchen.
Und der Zauber? Ja, in den kurzen Nächten, wenn es still ist, lassen sich
manchmal die kleinen Leute blicken, Gnome und Elfen bei ihren Festen. Aber um die sehen zu können, muss man Farnsamen in den Schuhen tragen und unter einem blühenden Hollerbusch
sitzen.
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30.4.15
Maifest
Der Frühling ist da! Zu keiner anderen Zeit des Jahres sind unsere Lebenskräfte so sehr nach außen gerichtet, sind wir so sehr mit der Welt, mit der Natur und mit unseren Mitmenschen verbunden, wie jetzt im Frühling. Wir öffnen die Fenster unserer Häuser und lassen die frische Luft herein, und wir öffnen auch unsere Herzenstüren und lassen Licht und Liebe herein. Es zieht uns nach draußen, egal ob in den Garten, in Wald und Wiese oder ins Straßencafé. Die Welt wird wieder bunt, auch wir tragen bunte Kleidung, und die Frühlingsgöttin hat ihr rotes Kleid angezogen. In dieser Zeit findet die Lebenslust ihren stärksten Ausdruck.
Der Grüne Mann, der Gehörnte des Waldes, zeigt sich auch wieder in seiner jugendlichen Kraft, wir sind eingeladen ein Freudenfest mit allen zu feiern und laden dich zum Fest der Lebendigkeit ein! Die Farben des Festes sind das Grün für die junge Vegetation und das Rot für die Lebensfreude und die Fruchtbarkeit. Es wird getrommelt, gesungen und getanzt, wir feiern Rituale und Zeremonien, und zum Schluss werden wir gemeinsam am Buffet genießen, was zusammengetragen wurde.
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21.3.15
Frühlingsfest
So wie der Bär in dieser Zeit seine Entschlackungs- und Verjüngungskräuter sucht, machen wir es auch. Die Bahn der Sonne steigt täglich höher, und jetzt sind Tag und Nacht wieder gleich lang. Irgendwann streift der Bär seinen Pelz ab und zeigt sich uns als das, was er ist: der goldene Sonnenprinz! Er nimmt immer mehr an Kraft zu und mit ihm unsere Freude über die Wärme, das Grün und das Blühen. Schneeweißchen in ihrem weißen Kleid, die Frühlingsgöttin, gesellt sich dazu als seine Braut und schüttet aus ihrem Füllhorn die ersten grünen Triebe und gelbe und weiße Blüten.
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2.2.15
Lichtmess
Um die Lichtmesszeit wird der Bär in seiner unterirdischen Höhle unruhig und erwacht aus seiner Winterruhe. Er erhebt sich gemächlich und schaut blinzelnd aus seinem Eingang ins Freie. Scheint dann die Sonne, so zieht er sich gleich wieder in seinen Bau zurück und schläft noch weitere sechs Wochen, denn er weiß, dass der Winter noch so lange dauern wird. Ist es dagegen trüb, so kommt er heraus und beginnt nach den ersten Kräutern zu suchen. Dann ist die kälteste Zeit zu Ende. Da es bei uns schon lange keine wilden Bären mehr gibt, hat der Dachs, ein kleiner Verwandter von ihm, diese Aufgabe übernommen.
Merklich länger sind die Tage seit dem Mittwinterfest geworden, und wir haben schon einen Specht im Wald klopfen gehört, Mücken in der Sonne tanzen sehen, und morgens zwitschern die Vögel wieder. Bald beginnt das närrische Winteraustreiben, und dann leuchten in der Rhön die Hutzelfeuer auf den Hügeln. Es ist eine Zeit des Loslassens von Altem und eine Gelegenheit zur Reinigung, mit welcher der Neubeginn anfängt. Das Fest kennzeichnet den Übergang vom tiefsten Winter zum Frühlingsbeginn.
22.12.14
Wintersonnenwende
Das Mittwinterfest feiern die Menschen in Mitteleuropa schon viele Tausend Jahre lang, was anhand von steinernen und hölzernen, kreisförmigen Sonnenobservatorien abgelesen werden kann. Vermutlich feierten es unsere Vorfahren bereits, seitdem sie begonnen hatten, sesshaft zu werden, Pflanzen anzubauen und vom Klima abhängig zu sein. Welche Freude, wenn die Zeit der Dunkelheit bald zu Ende geht und in der längsten Nacht das Lichtkind (wieder)geboren wird! Die Sonne steigt erneut auf ihrer Bahn und nimmt Tag für Tag an Kraft zu. Doch bevor es wieder wärmer wird, übernehmen Väterchen Frost und die Winterriesen die Herrschaft, und es wird noch mal richtig kalt.
Der „Grüne Mann“, der Herr der Wälder und der grünen Pflanzen hat sich mit seiner Kraft in die immergrünen Nadelbäume zurückgezogen. Deshalb tut es gut, sich etwas von diesen Zweigen und Bäumen ins Haus zu holen und aus ihnen Hoffnung auf das nächste Frühjahr zu schöpfen. Und es ist gut, viele Lichter zu entzünden, sowohl äußere als auch innere, um sich an das Licht und die Wärme der Sonne zu erinnern. Innere Lichter leuchten besonders hell, wenn man liebt und anderen eine Freude macht, daher wohl die Tradition des Schenkens.
1.11.14
Das Ahnenfest
November ist Ahnenzeit. Pflanzen und Bäume ziehen ihre Lebenssäfte in die Wurzeln zurück und lassen sie den Winter über tief in der Erde zur Ruhe kommen. Die Blätter welken, werden zuerst gelb, manche rot und dann braun, bis sie sich schließlich ganz lösen und zu Boden fallen. Nur was verholzt ist, bleibt stehen. Oberhalb der Erde sieht es nach dem ersten Frost so aus, als ob die Vegetation gestorben wäre. Die verwelkten Pflanzenteile und Blätter bilden einen Teppich, der die Erde zudeckt und vor der Kälte schützt. Die Tage werden weiterhin kürzer, und Nebel lässt die Konturen verschwinden. Die Vögel singen nicht mehr, und viele Tiere haben sich verkrochen, um Winterruhe zu halten.
Wir tun es ihnen gleich, ziehen uns in die Häuser zurück, und beschäftigen uns mehr und mehr mit innerlichen Angelegenheiten. Es ist eine gute Zeit, um sich an seine Wurzeln zu erinnern und derer zu gedenken, die vor uns da waren und denen wir unser Dasein auf der Erde zu verdanken haben. Man sagt, die Schleier zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten werden jetzt dünner, und Kontakte sind leichter möglich. Es tut gut, sich mit den Ahnen zu verbinden. Und wer sich ihnen mit Dank aber auch mit Bitten zuwendet, kann die Erfahrung machen, dass sie uns generell freundlich gesonnen sind und gerne helfen.
10.8.13
Schnitterzeit und unsere Nord-Ost-Reise

An den Straßenrändern in Thüringen wuchsen die Kirschbäume wie bei uns die Apfelbäume, und sie waren gerade reif, was für ein Fest!
In Niederdorla sahen wir rekonstruierte, Germanische Opferplätze. Dieses war ein Schiffsplatz mit Tierschädel. Vermutlich wurde um sichere Heimkehr der Seefahrer gebetet.
An diesem Platz steckte einfach ein Kreis von Stangen in der Wiese. Trotzdem war die Atmosphäre hier irgendwie besonders.
Mein Geburtstagsfeuer, späteres Grillfeuer und gleichzeitig ein Gruß an den Feuergeist.
Licht am Ende des Tunnels...
Saba hatte einen Spielkameraden gefunden.
Die Abensonne über einem Getreidefeld
Das rekonstruierte Sonnenobservatorium in Goseck, das ursprünglich hier vor ca. 7000 Jahren stand und für ein paar Jahrhunderte genutzt wurde. Mit seinen Öffnungen zum Sonnenauf- und Untergang spezieller Zeiten im Jahr lässt es vermuten, dass die Menschen hier schon damals die Jahresfeste feierten.
Der rote Mohn ist ein schöner Schmuck am Feldrand. Leider sieht man die blauen Kornblumen nur noch selten.
Der Jahreszeitentisch für die Enkel mit einem goldenen Kornfeld.
Die Korngöttin begleitete uns durch das Fest.
Die Trommeln werden vor dem Fest für einen besseren Klang noch einmal in der Abendsonne angewärmt
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27.1.13
Wurzelkraft
Tatsächlich hatten wir in den letzten Wochen noch mal so einen richtigen Skadiwinter mit ordentlich Schnee und Kälte und Regenbogengefunkel. Doch heute beginnt es zu tauen, und es wird feucht.
Morgens erwachte ich mit einer Idee, mit einem Bild von einem Rohkost-Smoothie aus Rüben. Es fühlte sich an, als ob mir das in der Nacht jemand ins Ohr geflüstert hatte. Mein Verstand tat es zunächst als Spinnerei ab.
Doch zum Frühstück war es klar, so ein Smoothie gehört heute unbedingt dazu. Im Gemüsekorb fand ich Möhren, Pastinaken, Steckrübe, Knollensellerie und Boskopäpfel, tat von allem etwas in den Mixer, dazu Apfelsaft und fertig war der Rüben-Smoothie. Mir schmeckte er ganz wunderbar frisch und süß und leicht, genau das, was mein Körper anscheinend gebraucht hatte.
Und beim Trinken spürte ich eine Kraft von unten, von der Erde, ganz so als ob der Winter mit seinen speziellen Genüssen ein gutes Fundament für den kommenden Frühling legen will. Vielleicht mache ich mir ja Morgen wieder einen.
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9.1.13
Skadi
Zurzeit fasziniert mich diese Göttin sehr.
Ich mochte den Winter eigentlich nie besonders. Die Kälte
kroch in die Knochen, lähmte. Die warmen Wollsachen kratzten, die Haut
reagierte allergisch, Erkältungen wechselten sich alle Nase lang ab,
und Winterdepressionen wurden immer schlimmer. Ich fürchtete mich eigentlich gegen
Ende des Sommers schon regelrecht vor dem Winter, und das wurde in den letzten Jahren
immer stärker.
In diesem Winter hat sich das irgendwie verändert, und mein
Blick fällt auf die nordische Eisriesin Skadi und ihre Lust an der kalten
Jahreszeit. Skadi ist als Angehörige der Natur waltenden Riesenfamilie und als
Tochter des Sturmriesen Thiassi eine Repräsentantin des Winters und des Kälte
bringenden Nordwinds und zeigt, wie man die kalte Jahreszeit freudvoll genießen
kann, ohne sich hinterm Ofen zu verkriechen. Sie läuft auf Schneeschuhen oder
Skiern durch die verschneite Landschaft und jagt mit ihrem Bogen Vögel und
allerlei Getier. Und manche meinen, sie ist die Namenspatin von Skandinavien,
welches sich auch als Land der Skadi deuten lässt.
Auch wenn Winterjasmin und Zaubernuss schon blühen, freu ich
mich drauf, wenn wieder Schnee liegt, der bei genügender Kälte in der Sonne in
allen Regenbogenfarben funkelt.
1.5.12
Tanzende Pflanzengeister
Am Wochenende waren an zwei verschiedenen Tagen zwei Frauen da und erzählten uns etwas über „Grüne Smoothies“. Frisch gesammelte Kräuter werden mit etwas Wasser im Mixer püriert und danach durch einen Nylonstrumpf abgesiebt und ausgepresst.
Da der Frühling voll im Gange ist und ich noch immer von Zubereitungen mit Wildkräutern begeistert bin, habe ich das gestern gleich ausprobiert. Ich fand tatsächlich noch eine uralte Nylonsocke in den Tiefen meines Kleiderschranks. Dann wilde Kräuter auf die Schnelle im Garten gesucht, gemixt, gepresst, getrunken… na ja. Es hat eindeutig besser geduftet als geschmeckt.
Heute dann der zweite Versuch. Fachmännisch vom Mann an meiner Seite beim Spaziergang gesammelt, kamen heute zusammen: Löwenzahnblüten und -blätter, Wiesenschaumkrautblüten, Schafgarbe, Brennnessel, Bärlauch, Giersch, Labkraut, Brunnenkresse, Taubnessel, Gundelrebe, Knoblauchrauke, Wiesenkerbel und Sauerampfer – ein paar andere vielleicht noch vergessen. Es schmeckte pur schon besser als gestern, aber heute wollte ich dem Ganzen noch etwas mehr Würze verleihen. Deshalb mixte ich Zwiebel, Chili, Zitronensaft und Sojasoße dazu. Das schmeckte super, und gleich nachdem wir unser Glas geleert hatten, sahen wir tanzende und lachende Pflanzengeister um uns. Nein, wir hatten wirklich nichts Hochprozentiges dazugemixt!
Morgen werde ich die Kräutermischung nicht absieben, sondern die Festbestandteile mittrinken. In den Zellwänden wohnen bestimmt noch jede Menge weiterer hilfreicher Spirits. Im Internet gibt’s auch Rezepte, da kann man dann alle möglichen Gemüse, Früchte und Nüsse dazumixen, aber ich bleibe erstmal lieber bei den Wildkräutern.
Grüne Grüße zum 1. Mai und ein wildes, fröhliches Beltanefest!
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10.4.12
Ostara-Spirit
Jetzt ist wirklich Frühling! Die Schlüsseblumen blühen im Wald. Egal ob's noch mal kalt wird oder gar schneit, der Frühling ist in mein Herz gezogen. So intensiv und lange habe ich das noch nie erlebt.
Vor drei Wochen haben wir zur Tag- und Nachtgleiche mit Freunden am Feuer gefeiert, und jetzt ist Ostern mit der Familie gerade vorbei. Vielleicht liegt es daran, dass mir in diesem Jahr Frau Holle als Hüterin der ungeborenen Seelen erschienen ist. Überall sehe ich sie und ihren Frühlingsaspekt Ostara, in jeder Blume und in jeder grünen Blattknospe, in den Vögeln, die Material für ihre Nester suchen und in den quirligen Bächen, die vom Eis befreit sind. Ich spüre sie in der Wärme der Sonne, rieche ihren süßen Blütenduft und höre sie im Jubeln der Vögel.
Die Erde legt ihr grünes Frühlingsgewand an, vom Regen nass und von der Sonne beschienen funkelt es so kostbar wie Smaragd. Von Frau Holle hieß es mancherorts, sie trüge einen grünen Schleier. Und Hildegard von Bingen besang die Grünkraft, oder war ich es, die ein Lied aus ihren Worten machte?
"Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit,
und diese Kraft ist grün.
Aus lichtem Grün sind Himmel und Erde geschaffen
und alle Schönheit der Welt."
und diese Kraft ist grün.
Aus lichtem Grün sind Himmel und Erde geschaffen
und alle Schönheit der Welt."
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26.2.12
Hutzelfeuer
foto wiki
Hutzeln sind ursprünglich gedörrte Pflaumen, aber auch sehr alte Frauen mit runzligem Gesicht wurden so genannt. Es gab an diesem Sonntag traditionell die Huitzelsopp zu essen oder auch Huitzelkreppel, welche die jungen Leute von den Dorfbewohnern geschenkt bekamen. Bevor die Fastenzeit endgültig begann, wurde an diesem Tag noch einmal richtig geschlemmt. Heutzutage gibt's bloß noch Bratwürscht, Bier und Glühwein, wie überall halt.
Oben auf dem Scheiterhaufen wird eine Puppe aus Stroh angebracht, manchmal bekleidet, die ursprünglich Frau Holle als Wintergöttin darstellen soll. Die Göttin Holle wurde bis ins 17. Jh. hinein in Mitteldeutschland verehrt. Das weiß heute kaum noch jemand. Ich habe auch schon an andere Leute gedacht, die auf solchen Feuern verbrannt worden sind, und jedes Jahr gruselt es mich wieder ein wenig. Das Ritual ist wahrscheinlich sehr alt, von vor der Christianisierung bestimmt, weshab die Kirche das Hutzelfeuer auch lange Zeit verboten hat. Erst seit fast Hundert Jahren wird es wieder gefeiert.
Dieses Jahr gab's vorab amtliche Schelte. Die feuchten Haufen wurden oft mit Benzin oder gar Altöl entzündet, und es wurde auch nicht immer so genau drauf geschaut, was da letztendlich alles mit verbrannt wurde. Aber heute sah ich , wie trockene Strohballen zum entzünden herangefahren wurden.
Jetzt haben sich die Jugendlichen in ihren Feuerwehruniformen am unteren Ende unserer Straße versammelt und ziehen mit Fackeln an unserem Haus vorbei hoch zum Feuerplatz. Die Winter"hexe" bringen sie in einer Schubkarre mit. Ich will auch mal beim Entzünden mit dabei sein und muss deshalb jetzt los.
Und am Himmel gab's dazu einen himmlischen Dreier zu sehen: die zunehmende Mondsichel wurde ganz eng von Jupiter und Venus flankiert.
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12.1.12
Frühe Frühlingsgefühle
Letztens:


Spätestens seit dem Frau Holle Tag am 6. Januar singen die Vögel wieder. Heute klopfte ein Specht im Wald, und am Himmel waren blaue Löcher in der Wolkendecke. Um das Frühlingsgefühl komplett zu machen, gibt es zum Abendbrot Feldsalat aus dem Garten und die ersten Spitzen von Giersch und Oregano.

Der Salat wurde mit Zwiebeln, gerösteten Walnüssen und gebackenem Fetakäse bestreut.


Spätestens seit dem Frau Holle Tag am 6. Januar singen die Vögel wieder. Heute klopfte ein Specht im Wald, und am Himmel waren blaue Löcher in der Wolkendecke. Um das Frühlingsgefühl komplett zu machen, gibt es zum Abendbrot Feldsalat aus dem Garten und die ersten Spitzen von Giersch und Oregano.

Der Salat wurde mit Zwiebeln, gerösteten Walnüssen und gebackenem Fetakäse bestreut.
18.12.11
Inspiration

Zum Wintersonnenwendabend am 21. haben wir ja zum Trommeln und Feiern eingeladen. Es haben sich auch schon einige Menschen dazu angemeldet. Das mit dem Wetter würde schon irgendwie gut gehen, so hofften wir. Leider sagen die Wetterberichte etwas Anderes voraus, nämlich Regen, Regen, Regen.
In dem Falle hatten wir geplant, in den großen Raum zu gehen, aber gefallen hat uns die Vorstellung überhaupt nicht. Was würde dann aus unserem schönen Feuer werden?
Für meinen Ritualbeitrag werde ich Räucherwerk brauchen. Heute machte ich mich ans Mischen und dachte dabei an etwas Weihnachtliches. In einer großen Schüssel mischte ich Lavendel und Rosmarin, Nelken, Piment, Chilis und viele Orangenschalen. Des weiteren kommen noch Rosen- und Holunderblüten, Zimt, Weihrauch und heimische Harze hinein und was mir sonst so im Gewürzschrank und in der Räucherkiste begegnet. Und während ich so ganz selbstvergessen am Mischen und glücklich am Schnuppern bin, da fällt mir ganz plötzlich ein: wir haben ja auch noch eine große überdachteTerrasse! Die liegt vor der Wohnung meiner Mum, und im Winter benutzen wir sie fast nie.
Dort steht auch eine Feuerschale, sodass wir auf kein Fall aufs Feuer verzichten müssen! Was ist mir ein Stein vom Herzen gefallen!
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6.10.11
Endlich Herbst!

So habe ich das noch nie gesehen, aber die sommerliche Wärme bis vor zwei Tagen wurde mir zunehmend unheimlich, obwohl ich sie natürlich auch sehr genossen habe.
Die Schwalben sind schon vor einem Monat fortgezogen, und jetzt erst zeigt sich der Herbst von seiner gewohnten Seite. Die Wälder werden langsam ernsthaft bunt, und es wird kälter. Wind treibt die Wolken über den Himmel und steigert sich in gelegentliche Sturmböen hinein. Die ersten Blätter segeln durch die Luft herab, der nächste Windstoß spielt noch einmal mit ihnen und wirbelt sie erneut auf. Dann gibts ein paar kräftige Regengüsse drauf, und alles wird wieder ordentlich sauber gewaschen.
Die Pflaumenbäume sind schon abgeerntet, an der Apfelbäumen hängt es noch.
Ab und an sammle ich mir einen auf - sie schmecken alle anders.
Dunkel wird's - Zeit für die ersten Kerzen. Ich verstehe das erste Mal die Menschen, die meinen, der Herbst wäre ihre Lieblingsjahreszeit.
1.10.11
Tanzweg-Haiku
Mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Jahreskreistanz mit dem Thema "Balance" flog mir heute ein Haiku zu: die ersten beiden Zeilen auf dem Hinweg, die letzte auf dem Rückweg.
Im sterbenden Grün
sonnige rote Beeren
flüstern: wir leben
sonnige rote Beeren
flüstern: wir leben
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