Es war ein trüber Tag, die Wolken hingen tief, die Sicht war schlecht, und es schneite sogar ein bisschen - ausgesprochen ungemütlich. An den bitterkalten Wind hatte man sich fast schon gewöhnt - dank der zwei Mützen und den mittlerweile zwei Thermosbechern mit heißem Gewürztee. Von der Flasche mit dem kalten Wasser hatte ich sowieso nie was getrunken.
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| Ein vorläufig letzter Blick auf die Harbacher Linde |
Ich ging über tief verschneite Waldwege, sah einen Fuchs in der Ferne davon eilen und drei Rehe direkt vor mir den Weg kreuzen. Bei solchem Wetter ist sonst nicht viel los auf den Wanderwegen, da bleibt man unter sich.
Irgendwann fiel es mir auf: es war vollkommen still im Wald! Der April ist doch sonst der Monat, wo die Vögel den meisten Lärm machen, und ich hör besonders gern die im Wald. Aber außer einem ganz gelegentlichen einzelnen Stimmchen gab es keinen Laut, wie im tiefsten Winter.
Wie ist das eigentlich mit der Spiritualität, wenn es an körperliche Grenzen geht? Ist es so wie bei der Maslow-Pyramide, dass erst der Bauch gefüllt und der Körper bequem ist, ehe sich der Geist mit anderen Realitätsebenen befassen mag?
Gestern, auf diesem magischen Hügel mit den Hainbuchen drauf, wollte ich eigentlich den Ortsgeist suchen. Hab es aber bei all dem kalten Wind und der körperlichen Anstrengung glatt "vergessen".
Heute hab ich zum gleichen Zweck sogar ne Rassel eingepackt, fand aber wieder keine richtige Gelegenheit. Aber ich fand eine Krähenfeder, die ich als Gebetsfeder in eine Baumrinde steckte und um Kraft bat. Und da konnte ich endlich singen und sang ein Lied für Himmel und Erde. Danach gings mir richtig gut.