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20.4.16

Maifest



Der Wald steht voller Buschwindröschen, Duftveilchen, Huflattichblüten und Schlüsselblumen, und in unseren Garten sind die Schwalben zurückgekehrt. Und wie über Nacht sind die Bäume auf dem Hungerwald hinterm Haus ausgeschlagen.

Alles Leben in der Natur drängt mit Macht hervor und zeigt sich wieder, und wir zeigen uns auch und holen die bunteren und leichteren Kleider aus dem Schrank. Der Frühling ist endlich da, was für ein tolles Lebensgefühl!
 
Die Farben des Festes sind das Grün des Grünen Mannes als Hüter der Vegetation und das Rot des Kleides der Maigöttin für die Lebensfreude und die Fruchtbarkeit.
 
Wir feiern dieses Jahr ganz traditionell am 30. April in den Mai. Beginn des Festes ist wie immer 18 Uhr, und auch deine Kinder und Freunde sind herzlich eingeladen.
 
Bitte sei pünktlich! Bring deine Trommel und Rassel, wenn du hast (können auch kostenfrei ausgeliehen werden), und einen Speisenbeitrag zum Maibuffet, sowie eigenes Geschirr und Besteck.
Außerdem braucht jeder ein ca. 7 Meter langes, buntes Band (Geschenkband oder dicke Wolle) für den Maitanz.



10.3.16

Frühlingsfest am Ostara-Feuer




 
Ja, ist das nun noch der Winter oder doch schon der Vorfrühling? Die Nächte sind zwar noch eisig, aber am Tag ist der Himmel oft blau, die Sonne scheint und schmilzt den nächtlichen Reif und die letzten weißen Schneereste hinfort. Frühling scheint in der Luft zu liegen, und wir können es wie jedes Jahr kaum erwarten, dass er endlich kommt und die Sonne wieder richtig wärmt.
Zum Frühlingsanfang am 20. März sind die Tage und die Nächte wieder gleich lang, und es herrscht allerorten Aufbruchsstimmung. Das betrifft sowohl die Knospen der Bäume als auch viele Frühlingsblumen, und auch die Tierwelt kommt in Stimmung, nämlich um sich fortzupflanzen. Ein munteres Treiben beginnt im wahrsten Wortsinne. Ostern wird gefeiert mit dem Symbol des fruchtbaren Hasen und dem ursprünglichen Fruchtbarkeitssymbol, dem Ei, anfangs nur in Rot gefärbt als Farbe der – na was wohl? Natürlich der Fruchtbarkeit und des Lebens.
Und was fangen wir selber an inmitten von so viel aufbrechender Fruchtbarkeit? Wir bekommen ja nicht jedes Frühjahr ein oder sogar mehrere Nachkommen.  Wer einen Garten sein eigen nennt, der ist gut dran. „Im Märzen der Bauer…“    es wird gegraben, gehackt, gerecht, gesät und gepflanzt. Wusstet ihr, dass sich in England vor Zeiten die Bauern mit dem nackten Bobbes auf die Äcker setzten und die Wärme des Bodens prüften, bevor sie ihn bearbeiteten? Vielleicht auch ein Ausdruck übermütiger Frühlingsgefühle, besonders dann, wenn auch die Bäuerin in der Nähe war.

Wir jedenfalls wollen mit euch trommeln, unsere Anliegen in ein Gleichgewicht bringen, herausfinden, was wir mit der zusätzlichen Kraft des Aufbruchs in unserem Leben bewirken, und was wir in die Welt bringen können.

 

15.12.15

Jul




Der Kreis schließt sich: in der längsten Nacht der Nächte, in der Mutternacht - unsere Altvorderen nannten sie "Nott" und betrachteten sie als Göttin und Göttermutter - wird ein Kind geboren, das Neue Licht. Es ist die Hoffnung auf ein weiteres fruchtbares Jahr, auf das Leben selber, welches immer weiter fortschreitet, während die Alten wegsterben und die Neuen hineingeboren werden.

30.4.15

Maifest

Der Frühling ist da! Zu keiner anderen Zeit des Jahres sind unsere Lebenskräfte so sehr nach außen gerichtet, sind wir so sehr mit der Welt, mit der Natur und mit unseren Mitmenschen verbunden, wie jetzt im Frühling. Wir öffnen die Fenster unserer Häuser und lassen die frische Luft herein, und wir öffnen auch unsere Herzenstüren und lassen Licht und Liebe herein. Es zieht uns nach draußen, egal ob in den Garten, in Wald und Wiese oder ins Straßencafé. Die Welt wird wieder bunt, auch wir tragen bunte Kleidung, und die Frühlingsgöttin hat ihr rotes Kleid angezogen. In dieser Zeit findet die Lebenslust ihren stärksten Ausdruck.


Der Grüne Mann, der Gehörnte des Waldes, zeigt sich auch wieder in seiner jugendlichen Kraft, wir sind eingeladen ein Freudenfest mit allen zu feiern und laden dich zum Fest der Lebendigkeit ein! Die Farben des Festes sind das Grün für die junge Vegetation und das Rot für die Lebensfreude und die Fruchtbarkeit. Es wird getrommelt, gesungen und getanzt, wir feiern Rituale und Zeremonien, und zum Schluss werden wir gemeinsam am Buffet genießen, was zusammengetragen wurde.

9.4.13

Kleine Sonnen





Huflattichblüten sehen aus wie kleine, intensiv gelbe Sonnen, so wie Kinder sie malen – und manchmal auch Große. Ich war heute im Wald oberhalb des Dorfes und hielt nach Veilchen Ausschau. Stattdessen fand ich ganz überraschend an vielen Stellen am Wegesrand größere Ansammlungen von strahlenden Huflattichblüten, die ersten wilden Blüten in diesem späten Frühjahr.

Sie erschienen mir bei längerer Betrachtung wie eine Gestalt gewordene Liebeserklärung der Erde und des Lebens an die Sonne. Ich nahm ein paar mit, von jeder Gruppe eine Blüte, und koche uns heute Abend einen Tee damit, denn meinen Husten bin ich auch noch immer nicht ganz los.

3.4.13

Der zweite Tag - oder die Wiederentdeckung der Langsamkeit

Vergiss nicht:
Das Leben ist kurz
Also brich die Regeln, wenn nötig
Vergib schnell
Küsse bedächtig
Liebe ehrlich
Lebe
Und lasse niemals zu, dass du das Lachen verlernst

Am Morgen gefunden, Verfasser unbekannt, mein Wahlspruch für den heutigen Tag.



Die Vorstellung, trotz der Kälte wieder raus zu gehen, machte mir gute Laune. Alles besser als in der Bude zu hocken und über das Wetter zu schimpfen - und außerdem schien die Sonne. Heute war der Wind sogar noch schneidender als gestern, er brauste und dröhnte in den Wipfeln der Wälder. Ich hatte mich aber wärmer angezogen und fror deshalb nicht ganz so - teilweise trug ich sogar zwei Mützen übereinander. Dafür war's an windgeschützten Stellen richtig schön in der Sonne.

Erste Teepause - der Thermosbecher lockt den Frühling herbei

Ich bin ja an sich schon nicht die Schnellste, und schon gar nicht am Berg. Aber heute brach ich alle Rekorde in Langsamkeit, und häufig blieb ich auch noch stehen um durchzuschnaufen - das kann man einem Wanderpartner gar nicht zumuten, außer meiner Hündin Saba, für uns zwei war's okay. Ich war heute sogar eine Stunde länger unterwegs als gestern und schaffte eine zusätzliche Etappe, die ich mir eigentlich für Morgen vorgenommen hatte. Irgendwie waren die Gelenke besser geschmiert, und die Heilung hat schon begonnen.

Zweite Teepause am Bach im Malerdorf


Hier fiel die Entscheidung: abholen lassen oder doch hoch auf den Berg - ich wagte es. In der Sonne wirbelten winzige, funkelnde Schneekristalle, aber oben war's bewölkt und alles noch richtig winterlich weiß, und ich hab's geschafft!

Die Milseburg werde ich am Schluss der Runde überqueren


24.1.12

Kommen und Gehen


In der Nacht hatte ich einen schönen Traum. Ich träumte, Kali wäre wieder jung und munter, und wir liefen und spielten zusammen im Sonnenschein. Da dachte ich, sie wäre schon in der Nacht gestorben. Aber sie tat erst am nächsten Morgen ihre letzten Atemzüge.

Vierzehn Jahre lang gehörte sie zur Familie und war der beste Hund, den wir je gehabt haben. Vor einer Woche hatte sie sich hingelegt und war nicht mehr aufgestanden, fraß nicht und trank auch nicht mehr. Im Herbst hatte die Tierärztin Krebs bei ihr festgestellt, drei Tumore waren zu fühlen gewesen. Sie bekam homöopathische Spinnengiftspritzen, die das Wachstum der Geschwulste verlangsamen sollten, Schmerzen hatte sie anscheinend keine. Wir hatten trotzdem den Eindruck, dass sie beschlossen hatte zu Sterben.

Vielleicht hatte die Tatsache, dass wir Weihnachten einen neuen kleinen Hund bekamen, damit zu tun. Die beiden schienen sich trotz Altersunterschied gut zu verstehen, obwohl die Kleine manchmal ziemlich wild und anstrengend war. Dann trennten wir sie immer für eine Weile. Möglicherweise wusste Kali uns nun in guten Händen (oder Pfoten) bei ihrer Nachfolgerin und konnte beruhigt gehen.

Nach dem Tod von Kalis Tochter Loba im vergangenen Mai, wollte ich irgendwann wieder einen zweiten Hund. Als ich im November wegen der Spritzen mit ihr bei der Tierärztin war, fragte ich schon beim Hinausgehen aus der Praxis - einer Eingebung folgend - ob sie wüsste, wo es junge Hunde gäbe. Später dachte ich einmal, die Kali hätte mir das eingegeben. Die Tierärztin erzählte auch gleich von einem Wurf im Nachbardorf. Am selben Abend noch riefen die Hundebesitzer an, und schon am nächsten Tag waren wir dort und suchten uns aus dem Wurf unsere Saba aus. Bis sie zu uns kam, dauerte es aber noch einige Wochen.

Kali ist in großer Würde gestorben. Etwas Ähnliches haben wir schon einmal vor vielen Jahren mit einem Kater erlebt. Sie scheinen eine so große Seele zu haben - es ist ein Mysterium.

Nachdem wir Kali der Erde zurückgegeben hatten, sangen wir ein Lied:

Buzzard call you back to the wild land
heron fly you home
Journey to the soul of your own land,
where the mothers wait for your return
heron fly you home.

Und als wir das gesungen hatten, rief der Bussard vom Hungerwald über unseren Köpfen.

1.10.11

Tanzweg-Haiku

Mit dem Fahrrad auf dem Weg zum Jahreskreistanz mit dem Thema "Balance" flog mir heute ein Haiku zu: die ersten beiden Zeilen auf dem Hinweg, die letzte auf dem Rückweg.


Im sterbenden Grün
sonnige rote Beeren
flüstern: wir leben