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2.2.16

Lichtmess



Kommen die Winterriesen nun noch mal mit Schnee und Eis übers Land gepoltert, oder fängt bald der Vorfrühling an? Achten wir doch auf das Wetter am Lichtmesstag (2. Februar). Ihr wisst ja, kommt dann der Dachs aus seiner Höhle und sieht seinen Schatten, hält sich der Winter noch sechs Wochen lang.

Trotzdem singen die Vögel wieder, die Zaubernuss blüht, und wir wünschen euch ein fröhliches Lichtmessfest und eine närrische Zeit! Der Wassermann regiert, der „Clown“ des Tierkreises, und stellt alles auf den Kopf. Er zieht seinen bunten Harlekins Anzug über und bricht mit Leichtigkeit das Wintereis und andere verkrustete Strukturen mit seiner guten Laune und seiner tiefen Menschenfreundlichkeit.

Kehrt den letzten Weihnachtsschmuck  und alles Überflüssige hinaus, schafft Platz für das Neue! Geht zu euren Lieblingsbäumen und singt ihnen ein Lied, denn die Säfte beginnen zu steigen, und ihr könnt dabei helfen. Dann steigen sie auch in euch wieder.

19.6.15

Mittsommer


Fülle - Freude - Feenzauber

Die Meteorologen machen es sich einfach. Seit einigen Jahren setzen sie den Beginn der Jahreszeiten einfach auf den ersten des jeweiligen Monats. So gesehen hat der Sommer also schon begonnen. So einige schöne Sommertage hatten wir ja auch im April, Mai und Juni.
Ihren höchsten Stand am Himmel erreicht die Sonne aber erst am 21. Juni. In diesem Jahr will ich bewusst nicht dran denken, was danach geschieht, sondern den Sommer mit allen Sinnen genießen als ob’s kein Morgen gäbe. Jetzt ist die Zeit, in der die schönsten Blumen blühen und duften, die Beeren sind reif, die Welt ist grün und bunt. Wer will, bindet sich einen Blüten- oder Eichenlaubkranz und setzt ihn auf. Es ist warm, die jungen Vögel machen ihre ersten Flugübungen, und im Wald spielen die kleinen Füchse - so könnte es immer bleiben.

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ heißt es in einem alten Lied, und genau das tun wir, wenn wir rausgehen ins Freibad oder an den Baggersee, in den Park oder auf die Wiese, Picknicken im Grünen, Gartenfeste feiern und Freiluftveranstaltungen besuchen.

Und der Zauber? Ja, in den kurzen Nächten, wenn es still ist, lassen sich manchmal die kleinen Leute blicken, Gnome und Elfen bei ihren Festen. Aber um die sehen zu können, muss man Farnsamen in den Schuhen tragen und unter einem blühenden Hollerbusch sitzen.

2.2.15

Lichtmess

 
Um die Lichtmesszeit wird der Bär in seiner unterirdischen Höhle unruhig und erwacht aus seiner Winterruhe. Er erhebt sich gemächlich und schaut blinzelnd aus seinem Eingang ins Freie. Scheint dann die Sonne, so zieht er sich gleich wieder in seinen Bau zurück und schläft noch weitere sechs Wochen, denn er weiß, dass der Winter noch so lange dauern wird. Ist es dagegen trüb, so kommt er heraus und beginnt nach den ersten Kräutern zu suchen. Dann ist die kälteste Zeit zu Ende. Da es bei uns schon lange keine wilden Bären mehr gibt, hat der Dachs, ein kleiner Verwandter von ihm, diese Aufgabe übernommen.
 
Merklich länger sind die Tage seit dem Mittwinterfest geworden, und wir haben schon einen Specht im Wald klopfen gehört, Mücken in der Sonne tanzen sehen, und morgens zwitschern die Vögel wieder. Bald beginnt das närrische Winteraustreiben, und dann leuchten in der Rhön die Hutzelfeuer auf den Hügeln. Es ist eine Zeit des Loslassens von Altem und eine Gelegenheit zur Reinigung, mit welcher der Neubeginn anfängt. Das Fest kennzeichnet den Übergang vom tiefsten Winter zum Frühlingsbeginn.
 
Die Alten gingen in die Gärten und klopften an die Bäume, um sie zu wecken, denn jetzt fangen die Säfte der Bäume wieder an zu steigen, und alles Starre muss sich lösen. Und wir wollen dieses Jahr Kerzen für besondere Anlässe weihen.

1.11.14

Das Ahnenfest



November ist Ahnenzeit. Pflanzen und Bäume ziehen ihre Lebenssäfte in die Wurzeln zurück und lassen sie den Winter über tief in der Erde zur Ruhe kommen. Die Blätter welken, werden zuerst gelb, manche rot und dann braun, bis sie sich schließlich ganz lösen und zu Boden fallen. Nur was verholzt ist, bleibt stehen. Oberhalb der Erde sieht es nach dem ersten Frost so aus, als ob die Vegetation gestorben wäre. Die verwelkten Pflanzenteile und Blätter bilden einen Teppich, der die Erde zudeckt und vor der Kälte schützt. Die Tage werden weiterhin kürzer, und Nebel lässt die Konturen verschwinden. Die Vögel singen nicht mehr, und viele Tiere haben sich verkrochen, um Winterruhe zu halten. 
 
Wir tun es ihnen gleich, ziehen uns in die Häuser zurück, und beschäftigen uns mehr und mehr mit innerlichen Angelegenheiten. Es ist eine gute Zeit, um sich an seine Wurzeln zu erinnern und derer zu gedenken, die vor uns da waren und denen wir unser Dasein auf der Erde zu verdanken haben. Man sagt, die Schleier zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten werden jetzt dünner, und Kontakte sind leichter möglich. Es tut gut, sich mit den Ahnen zu verbinden. Und wer sich ihnen mit Dank aber auch mit Bitten zuwendet, kann die Erfahrung machen, dass sie uns generell freundlich gesonnen sind und gerne helfen.

20.4.13

Der neunte Tag - und das grüne Band


Blick nach Thüringen über die ehemalige Grenze

Wieder ein kalter Tag, zwar keine Minusgrade, aber der Wind blies dort oben fast so scharf wie am Anfang. Ich kam an die Thüringische Grenze - hier das "grüne Band Deutschlands" genannt - weil man die Gegend mehr oder weniger sich selbst überlässt.


Was für eine endlose Tristesse...

Eine Weile lief ich auf dem alten Plattenweg an der Deutsch-Deutschen Grenze aus DDR-Tagen. Und während ich so sinnierte, ob man hier wohl Wölfe ansiedeln könnte, und dabei versuchte, ein altes, lange vergessenes Lied zu erinnern und zu singen: "August, der Schäfer hat Wölfe gehört, Wölfe mitten im Mai...", flogen zwei Schwarzstörche ganz in der Nähe auf, so schön und majestätisch.

...ansonsten sind die Thüringer mit Bänken eher sparsam

Dann gings den Horbel rauf, immer rauf und runter durch Buchenwälder um den Horbel rum und zum Schluss zwei gefühlt endlose Kilometer auf einer steilen Asphaltstraße vom Berg runter ins Dörfchen, um mich abholen zu lassen.


Wachturm

14.4.13

Der siebte Tag - und ein Hunde"schlitten"


Rückenlehne einer Hochrhöner-Bank

Sonntag. Als erstes begegnete mir ein Gefährt aus Metallrohren auf Rädern, das von zehn Hunden gezogen wurde. Der Mann bog zwar vom Weg ab und fuhr über die Wiese, aber die Hunde blieben trotzdem stehen und guckten nach Saba, die außerdem auch noch läufig ist. Mit einiger Mühe und der Hilfe seines kleinen Sohnes kriegte er sein Gespann aber wieder in die Spur. Gewundert habe ich mich darüber, dass die Hunde kaum größer oder kräftiger aussahen als Saba, also eher schmal und zierlich.


Habe an verschiedenen Stellen frisches, glänzendes Sternmoos gesehen und einmal einen Zitronenfalter. Ein oranger Schmetterling, flog zu schnell vorbei, als dass ich ihn hätte erkennen können. Ich sah Buschwindröschen, Huflattich und Schlüsselblumen und hörte ein Vogelkonzert mit Specht-Percussion. Ein paar winzige Schneeflecken gab es nur noch, dafür war der Boden feucht und aufgeweicht.

Unten liegt Habel

Der Habelstein! Hoch aufragende Basaltene Vulkanschlote und tiefe Schluchten am Hang des Habelberges, ein gewaltiger Ort. Ein bisschen wurden mir die Kniee weich, so steil und tief ging es da hinunter. Hab auch den Habelmann getroffen, eine Gestalt aus schwarzem Basalt, drei bis vier Meter groß und erstaunlich behende. Und viele kleine Steinwesen wuselten da herum. Ich fand das im ersten Moment seltsam, wie lebendig Steine sind.


7.4.13

Der fünfte Tag - endlich wieder Sonne!




Sonntag. Aus frostigem Nebelreif am Morgen entwickelte sich ein Frühlingstag, die Dächer dampften. Auf dem Weg erwartete ich jeden Moment, einen Zitronenfalter im Wald zu sehen oder ein Veilchen im Gebüsch, aber das Einzige, was ich fand, waren zwei zerknautschte Gänseblümchen. Der Wind wehte nicht mehr ganz so scharf, und auf manchen Bänken war es so warm wie sonst nur auf unserem Balkon. Schnee sah ich wenig, denn ich war hauptsächlich an Südhängen unterwegs.

Wenn auch kein Vogelkonzert, so hörte ich doch ab und zu einen Vogel singen und blieb jedes Mal stehen, um andächtig zu lauschen. Einmal klopfte ein Specht, und ein andermal kam ein Feldhase über den Acker auf uns zugehoppelt. Erst als ich Saba zu mir rief, machte er kehrt und sich davon.

Heute ging es hauptsächlichbergauf. Das war anstrengender, und obwohl Sonntag war, sah ich wieder kaum andere Wanderer. Zum Schluss kam ich an die Grenze zu Thüringen, es war aber kaum noch etwas von der alten Demarkationslinie zu sehen.

Leider hat sich der Verschluss von meinem Kameraobjektiv heute verklemmt, deshalb gibt's nicht mehr Fotos.


5.4.13

Der vierte Tag - wo sich Fuchs und Rehe "Gute Nacht" sagen



Es war ein trüber Tag, die Wolken hingen tief, die Sicht war schlecht, und es schneite sogar ein bisschen - ausgesprochen ungemütlich. An den bitterkalten Wind hatte man sich fast schon gewöhnt - dank der zwei Mützen und den mittlerweile zwei Thermosbechern mit heißem Gewürztee. Von der Flasche mit dem kalten Wasser hatte ich sowieso nie was getrunken.

Ein vorläufig letzter Blick auf die Harbacher Linde

Ich ging über tief verschneite Waldwege, sah einen Fuchs in der Ferne davon eilen und drei Rehe direkt vor mir den Weg kreuzen. Bei solchem Wetter ist sonst nicht viel los auf den Wanderwegen, da bleibt man unter sich.

Irgendwann fiel es mir auf: es war vollkommen still im Wald! Der April ist doch sonst der Monat, wo die Vögel den meisten Lärm machen, und ich hör besonders gern die im Wald. Aber außer einem ganz gelegentlichen einzelnen Stimmchen gab es keinen Laut, wie im tiefsten Winter.

Wie ist das eigentlich mit der Spiritualität, wenn es an körperliche Grenzen geht? Ist es so wie bei der Maslow-Pyramide, dass erst der Bauch gefüllt und der Körper bequem ist, ehe sich der Geist mit anderen Realitätsebenen befassen mag?

Gestern, auf diesem magischen Hügel mit den Hainbuchen drauf, wollte ich eigentlich den Ortsgeist suchen. Hab es aber bei all dem kalten Wind und der körperlichen Anstrengung glatt "vergessen".

Heute hab ich zum gleichen Zweck sogar ne Rassel eingepackt, fand aber wieder keine richtige Gelegenheit. Aber ich fand eine Krähenfeder, die ich als Gebetsfeder in eine Baumrinde steckte und um Kraft bat. Und da konnte ich endlich singen und sang ein Lied für Himmel und Erde. Danach gings mir richtig gut.

11.6.12

Gewitter im Wald


Zum Glück hatte ich den Schirm mitgenommen. Im Wald fiel mir auf, wie wenig Schnecken es dieses Jahr gibt, vor allem die großen Nacktschnecken sah ich kaum. Es nieselte manchmal ganz sachte, dann wieder nicht, und ich klappte den Schirm auf und zu. Dabei lauschte ich den Stimmen der Waldvögel und war wie immer ganz betört davon.

Plötzlich ein Grollen über unseren Köpfen! Mein schreckhafter Hund machte einen Satz und und lief ein paar Schritte fort, den Schwanz eingeklemmt. Sie ließ sich aber gleich wieder herbeirufen. Etwas später öffneten sich die Tore des Himmels und es strömte wie aus Gießkannen hernieder.

Wieder ein Donnerrollen, noch näher! Die Hündin dachte erneut, sie könnte davor weglaufen, kam aber auch diesmal zurück. Ich ging abseits des Weges, wo große Bäume standen und dachte: Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen. Also suchte ich mir statt einer dicken Eiche eine schlanke Buche und stellte mich drunter. Auf halber Höhe hatte der Baum ringsherum ganz nah am Stamm dichtes Blattwerk gebildet, das wie ein Schirm keinen Tropfen durchließ. Der Hund saß mir auf dem Fuß, so dicht an mein Bein gepresst, dass ich auf dem unebenen, weichen Waldboden nur mit Mühe aufrecht stehen blieb. Die Vögel waren schon seit einiger Zeit verstummt.

Nach einer Weile leuchtete noch ein Blitz, und gleich darauf krachte es richtig! Jetzt fuhr mir auch der Schreck in die Glieder, habe ich doch seit meiner frühesten Kindheit Angst vor Gewitter und die fixe Idee, ich werde mal durch einen Blitzschlag sterben. Aber jetzt doch noch nicht! Gute Gelegenheit, die eigene Standfestigkeit zu testen. Ich rief meine geistigen Verbündeten und machte ihnen klar, dass ich noch einiges vorhätte.

Irgendwann hörte ich einen Vogel singen und wusste, das Gewitter ist vorüber gezogen, und ich bin noch mal davon gekommen.

9.5.12

Die Schöllkrautdeva


Vor 13 Jahren zogen wir in dieses Haus, und gleich im ersten Frühjahr staunte ich über das Schöllkraut, das üppig in unserem Eingangsbereich wächst. Diese Pflanze hatte ich vorher gar nicht gekannt, und spätestens seit Storl weiß man ja, dass die Kräuter in Hausnähe etwas mit einem selber zu tun haben. Doch bei meinen Nachforschungen fand ich nichts, was auf einen von den Bewohnern hier zutreffen könnte, außer dass in unserem Garten und ringsherum jedes Jahr viele Schwalben herum fliegen. (Die bot. Bezeichnung lautet chelidonium majus, griech.: chelidon = Schwalbe.)

In diesem Frühjahr traf ich eine Frau, die mir erzählte, dass Maria Treben einiges über das Kraut zusammen getragen hat und seine Leberwirksamkeit hervorhob. Also beschloss ich endlich, zum Geist des Schöllkrauts zu reisen. Zuerst erschien ein keiner, spitziger Gnom, der in das etwas blasse Gelbgrün und leuchtende Gelb der Pflanze gekleidet war. Leider sah er gar nicht freundlich aus, und ich misstraute ihm zutiefst. Erst als eine Menge Schwalben heran geflogen kamen und sich auf ihn setzten, änderte sich das.

Und im gleichen Moment erschien eine Wesenheit, oder hatte sich der Gnom in sie verwandelt? Die war so riesig, dass sie mein gesamtes Blickfeld ausfüllte, oder war ich geschrumpft? Grün und Gelb das wehende Gewand, das Gesicht nicht zu erkennen, teilte sie mir mit, die Hüterin unseres Hauses zu sein. Ich sollte an jede Pflanze in unserer Einfahrt ein rotes Bonbon legen. Außerem erfuhr ich noch etwas über eine Zubereitung mit Alkohol - ich dachte zunächst an eine Tinktur - doch dann fand ich ein Rezept, in dem die ganze Pflanze mitsamt der Wurzel zerkleinert und mit Weißwein übergossen wird. Das werde ich mal probieren.

10.4.12

Ostara-Spirit


Jetzt ist wirklich Frühling! Die Schlüsseblumen blühen im Wald. Egal ob's noch mal kalt wird oder gar schneit, der Frühling ist in mein Herz gezogen. So intensiv und lange habe ich das noch nie erlebt.

Vor drei Wochen haben wir zur Tag- und Nachtgleiche mit Freunden am Feuer gefeiert, und jetzt ist Ostern mit der Familie gerade vorbei. Vielleicht liegt es daran, dass mir in diesem Jahr Frau Holle als Hüterin der ungeborenen Seelen erschienen ist. Überall sehe ich sie und ihren Frühlingsaspekt Ostara, in jeder Blume und in jeder grünen Blattknospe, in den Vögeln, die Material für ihre Nester suchen und in den quirligen Bächen, die vom Eis befreit sind. Ich spüre sie in der Wärme der Sonne, rieche ihren süßen Blütenduft und höre sie im Jubeln der Vögel.

Die Erde legt ihr grünes Frühlingsgewand an, vom Regen nass und von der Sonne beschienen funkelt es so kostbar wie Smaragd. Von Frau Holle hieß es mancherorts, sie trüge einen grünen Schleier. Und Hildegard von Bingen besang die Grünkraft, oder war ich es, die ein Lied aus ihren Worten machte?

"Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit,
und diese Kraft ist grün.
Aus lichtem Grün sind Himmel und Erde geschaffen
und alle Schönheit der Welt."

24.1.12

Kommen und Gehen


In der Nacht hatte ich einen schönen Traum. Ich träumte, Kali wäre wieder jung und munter, und wir liefen und spielten zusammen im Sonnenschein. Da dachte ich, sie wäre schon in der Nacht gestorben. Aber sie tat erst am nächsten Morgen ihre letzten Atemzüge.

Vierzehn Jahre lang gehörte sie zur Familie und war der beste Hund, den wir je gehabt haben. Vor einer Woche hatte sie sich hingelegt und war nicht mehr aufgestanden, fraß nicht und trank auch nicht mehr. Im Herbst hatte die Tierärztin Krebs bei ihr festgestellt, drei Tumore waren zu fühlen gewesen. Sie bekam homöopathische Spinnengiftspritzen, die das Wachstum der Geschwulste verlangsamen sollten, Schmerzen hatte sie anscheinend keine. Wir hatten trotzdem den Eindruck, dass sie beschlossen hatte zu Sterben.

Vielleicht hatte die Tatsache, dass wir Weihnachten einen neuen kleinen Hund bekamen, damit zu tun. Die beiden schienen sich trotz Altersunterschied gut zu verstehen, obwohl die Kleine manchmal ziemlich wild und anstrengend war. Dann trennten wir sie immer für eine Weile. Möglicherweise wusste Kali uns nun in guten Händen (oder Pfoten) bei ihrer Nachfolgerin und konnte beruhigt gehen.

Nach dem Tod von Kalis Tochter Loba im vergangenen Mai, wollte ich irgendwann wieder einen zweiten Hund. Als ich im November wegen der Spritzen mit ihr bei der Tierärztin war, fragte ich schon beim Hinausgehen aus der Praxis - einer Eingebung folgend - ob sie wüsste, wo es junge Hunde gäbe. Später dachte ich einmal, die Kali hätte mir das eingegeben. Die Tierärztin erzählte auch gleich von einem Wurf im Nachbardorf. Am selben Abend noch riefen die Hundebesitzer an, und schon am nächsten Tag waren wir dort und suchten uns aus dem Wurf unsere Saba aus. Bis sie zu uns kam, dauerte es aber noch einige Wochen.

Kali ist in großer Würde gestorben. Etwas Ähnliches haben wir schon einmal vor vielen Jahren mit einem Kater erlebt. Sie scheinen eine so große Seele zu haben - es ist ein Mysterium.

Nachdem wir Kali der Erde zurückgegeben hatten, sangen wir ein Lied:

Buzzard call you back to the wild land
heron fly you home
Journey to the soul of your own land,
where the mothers wait for your return
heron fly you home.

Und als wir das gesungen hatten, rief der Bussard vom Hungerwald über unseren Köpfen.

12.1.12

Frühe Frühlingsgefühle

Letztens:



Spätestens seit dem Frau Holle Tag am 6. Januar singen die Vögel wieder. Heute klopfte ein Specht im Wald, und am Himmel waren blaue Löcher in der Wolkendecke. Um das Frühlingsgefühl komplett zu machen, gibt es zum Abendbrot Feldsalat aus dem Garten und die ersten Spitzen von Giersch und Oregano.



Der Salat wurde mit Zwiebeln, gerösteten Walnüssen und gebackenem Fetakäse bestreut.

6.10.11

Endlich Herbst!


So habe ich das noch nie gesehen, aber die sommerliche Wärme bis vor zwei Tagen wurde mir zunehmend unheimlich, obwohl ich sie natürlich auch sehr genossen habe.

Die Schwalben sind schon vor einem Monat fortgezogen, und jetzt erst zeigt sich der Herbst von seiner gewohnten Seite. Die Wälder werden langsam ernsthaft bunt, und es wird kälter. Wind treibt die Wolken über den Himmel und steigert sich in gelegentliche Sturmböen hinein. Die ersten Blätter segeln durch die Luft herab, der nächste Windstoß spielt noch einmal mit ihnen und wirbelt sie erneut auf. Dann gibts ein paar kräftige Regengüsse drauf, und alles wird wieder ordentlich sauber gewaschen.

Die Pflaumenbäume sind schon abgeerntet, an der Apfelbäumen hängt es noch.
Ab und an sammle ich mir einen auf - sie schmecken alle anders.

Dunkel wird's - Zeit für die ersten Kerzen. Ich verstehe das erste Mal die Menschen, die meinen, der Herbst wäre ihre Lieblingsjahreszeit.