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11.4.13

Die ersten Blüten



So lange habe ich noch nie auf den Frühling gewartet.

Eines meiner Lieblingsgedichte seit Jahren, Jahrzehnten, ein Haiku, das ich einmal in einem Buch von Osho fand, lautet:

Still sitzen, nichs tun
Der Frühling kommt, und das Gras
wächst ganz von allein

Ich dachte immer, das könnte ich eigentlich ganz gut, aber in diesem Frühjahr war es ganz anders, und ich habe das Stillsitzen nicht mehr ausgehalten, halte es jetzt kaum noch aus, obwohl es seit gestern warm geworden ist. Aber grad regnets, und die Erde freuts.


Zu den Huflattichblüten im Wald fand ich heute Wiesen-Goldsterne, eher seltene Blüten, von denen am Ortsausgang eine kleine Kolonie wächst und jedes Jahr den Blütenreigen auf den Wiesen eröffnet.


Am nächsten Morgen fand W. die ersten Schlüsselblumen am Bach, und am Nachmittag des gleichen Tages waren nicht weit davon diese Buschwindröschen erblüht.

7.1.12

Vollmond


Vollmondtrommeln am Montag, den 9. Januar 2012

Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude.
Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht.
Ich handelte und siehe, die Pflicht ward zur Freude. (Tagore)

Das Gedicht von Tagore beschreibt treffend die gegensätzlichen Energien, die an diesem Tage wirksam sind. Der Krebs-Vollmond, welcher im Besonderen das Wohlergehen im Schoß von Familie, Heim und Heimat begünstigt, trifft auf sein Gegenüber, die Steinbocksonne, die ganz im Zeichen von übergeordneter Pflichterfüllung steht. An diesem Tag geht es darum, beides zu integrieren. Der weibliche Krebs-Vollmond lehrt uns, unsere mütterlichen Kräfte der Empfänglichkeit zu fühlen, welche die zeugenden Energien der väterlichen Steinbocksonne aufnehmen und die Vereinigung von Beidem wiederum in die Schöpfung hinein schenken und verteilen und nach außen in die sichtbar materielle Ebene tragen.

Ein Tag der großen Emotionen - halte nicht hinterm Berg mit dem, was in dir vorgeht. Nimm ruhig mal jemanden spontan in den Arm, der Zuwendung oder Trost braucht. Oder sage zu einem besonderen Menschen: „Ich habe dich lieb!“ Dein Mantra für diesen Tag: ich höre auf die Stimme meines Herzens.

Die Vollmondenergie ist im Allgemeinen gut dafür geeignet, laufende Prozesse zum Abschluss zu bringen, um sie daraufhin loszulassen, damit in dem neuen Mondumlauf Platz für Neues entsteht. Und der erste Vollmond im neuen Jahr eignet sich besonders gut dazu, Pläne für das kommende Jahr zu schmieden.

20.11.11

Reise nach Tibet

Kloster Ganden, Lhasa

Die Frage angesichts aller Verwirrung im Trommelkreis war: was soll das, und was kann ich tun? Ich kam zu einem tibetischen Tempel, der in eine graue Felswand hinein gebaut war. Bunte Stoffbahnen flatterten in der kühlen Luft. Drinnen endlose Gänge und Räume, viel bunte Seide und ein gelb bemützter Lama, der scheußlich schmeckenden Buttertee mit mir trank. Er erinnerte mich an das Mantra des blauen Medizinbuddha, welches ich im Sommer lernte. Ich sang es noch während ich trommelte. Er erinnerte mich an den Chöd, das „Dämonen füttern“ von Machig Labdrön, einer tibetischen Nonne aus dem 11. Jahrhundert, welches ich in meine schamanische Praxis integriert habe. Und – ganz wichtig – er erinnerte mich an das Meditieren, was ich schon so lange in meinen Tagesablauf einbinden möchte, zutiefst von seiner Wohltat überzeugt. Aber noch sträubt sich mein rastloser Verstand…











der 100. Ganden Tripa