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1.6.16

Mittsommerfest


 

 
Und da ist er bald schon wieder, der längste Tag des Jahres, während ich noch meine, es war erst gestern, als sich der Winter endgültig verabschiedet hat. Dieses Jahr vergeht die Zeit sehr schnell, finde ich.

Jedenfalls gibt es wieder etwas zu feiern, nämlich dass die Sonne den höchsten Punkt auf ihrer Bahn erreicht und der Sommer jetzt endlich anfangen kann. Wieso wird es eigentlich erst richtig warm, wenn die Sonnenbahn schon wieder absteigt? Ich denke, das liegt daran, weil die Sonne die erste Jahreshälfte gebraucht hat, um die winterkalte Nordhälfte der Erdkugel zu erwärmen.  Und ist diese erst einmal aufgeheizt, dann wirkt die Sonnenwärme weiter, auch wenn die Sonnenstrahlung selbst schon wieder etwas abnimmt. Im Winter gibt’s dann das gleiche Spiel, bloß umgekehrt.

Das Gleiche passiert jeden Tag, an dem die Sonne scheint. Nicht mittags um 12 Uhr, sondern am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr ist es am wärmsten.  Und etwas Ähnliches kenne ich von mir selber auch. Im Kopf begreife ich u.U. recht schnell, worum es sich bei meinen Problemen handelt. Aber ehe dieses Begreifen auch den Körper erfasst und etwas spürbar verändert, vergeht manchmal einiges an Zeit. Oder wie der Volksmund weiß: der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach. Es ist halt die Materie der Erde oder die unseres Körpers mit ihrer Schwere und Dichte, welche die erleuchtenden Strahlen der Sonne oder unseres Geistes nur langsam aufnehmen kann.

Wie auch immer, wir laden dich herzlich ein, mit uns zusammen die Hoch-Zeit des Jahres am Samstag, den 25. Juni  zu feiern, mit Feuer, Rauch, Ritualen, Trommeln, Liedern und einem leckeren Büffet, zu dem alle etwas Jahreszeitliches beitragen.

2.11.15

Ende und Anfang - die Ahnenzeit


   Noch ist der Herbst golden, doch das wird sich bald ändern. Der erste richtige Frost holt die Blätter von den Bäumen und Sträuchern, bis diese nur noch als kahle Gerippe dastehen. Alles Leben scheint sich in die Unterwelt zurückzuziehen.
   Weiße Nebel verhüllen die Sicht, manches lässt sich darin nur noch erahnen. Die Schleier zwischen den Welten werden durchsichtiger. Das ist die Zeit, in der diejenigen spürbar werden, die vor uns über die Erde wanderten. Unsere Vorfahren, die Ahnen, winken von der anderen Seite und wollen teilhaben am Leben ihrer Nachfahren. Wir laden sie ein, indem wir für sie Lichter in ausgehöhlten Rüben, Kürbissen, in Laternen und als Adventskerzen anzünden und ihnen vielleicht die eine oder andere Speise hinstellen.
   Und wieso Anfang? In manchen vergangenen Kulturen begann das neue Jahr zu dieser Zeit, so wie die Alten den neuen Tag auch am Abend begannen. Das ist ein ganz anderes Denken und Empfinden. Das Neue abends oder zum Jahresausklang zu beginnen, bedeutet, der Seele Raum zu geben, die Veränderungen zu erspüren, bevor der Körper beginnt, die neuen Impulse in die Tat umzusetzen.

30.7.15

Schnitterzeit

 
 

Glühwürmchennächte...
 
Schwarze Schatten jäh im Grün -
 
Ein Blatt fällt herab
 
 
Plötzliche Erkenntnis: die scheinbar endlose Sommerseligkeit geht doch einmal zuende.
Dazu fällt mir eine Bauernregel für den 26. Juli ein  "Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."

In diesem Jahr tun die Wettermacher aber so, als hätten sie noch nie von dieser Regel gehört, und die dritte Hitzewelle dieses Sommers geht über unser Land hinweg. Das Korn ist geschnitten, und die Strohrollen liegen gleichmäßig verteilt auf den Stoppelfeldern. Das Grün der Bäume wird matt und dunkel, und manchmal schleichen sich schwarze Schatten hinein und machen die Kontraste schärfer. Das Licht der Sonne erscheint goldener, und rote Beeren leuchten im Gezweig. Hier und da färben sich auch schon die Äpfel.

Mitte August ist traditionell die Sammelzeit für Heilkräuter vorbei. Stattdessen gingen die Frauen hinaus und sammelten einen blühenden Strauß aus bestimmten Pflanzen und ließen ihn segnen, damit er sie und ihre Familien über die dunkle Zeit beschützen sollte. Manchmal wurde etwas davon abgebrochen und als Schutz- und Heilräucherung verwendet. Gerade in diesem Jahr haben junge Frauen aus einem Nachbardorf diesen Brauch wieder belebt.

Die erste Ernte wird eingefahren. Was haben wir schon geerntet? Was ist aus unseren Wünschen und Projekten vom Jahresbeginn geworden? 

30.4.15

Maifest

Der Frühling ist da! Zu keiner anderen Zeit des Jahres sind unsere Lebenskräfte so sehr nach außen gerichtet, sind wir so sehr mit der Welt, mit der Natur und mit unseren Mitmenschen verbunden, wie jetzt im Frühling. Wir öffnen die Fenster unserer Häuser und lassen die frische Luft herein, und wir öffnen auch unsere Herzenstüren und lassen Licht und Liebe herein. Es zieht uns nach draußen, egal ob in den Garten, in Wald und Wiese oder ins Straßencafé. Die Welt wird wieder bunt, auch wir tragen bunte Kleidung, und die Frühlingsgöttin hat ihr rotes Kleid angezogen. In dieser Zeit findet die Lebenslust ihren stärksten Ausdruck.


Der Grüne Mann, der Gehörnte des Waldes, zeigt sich auch wieder in seiner jugendlichen Kraft, wir sind eingeladen ein Freudenfest mit allen zu feiern und laden dich zum Fest der Lebendigkeit ein! Die Farben des Festes sind das Grün für die junge Vegetation und das Rot für die Lebensfreude und die Fruchtbarkeit. Es wird getrommelt, gesungen und getanzt, wir feiern Rituale und Zeremonien, und zum Schluss werden wir gemeinsam am Buffet genießen, was zusammengetragen wurde.

18.4.13

Hollekäfer



Heute beim Hollestein: der Winter war fort, und grad als ich mich mit einem Kuss vom Stein verabschieden wollte, da sah ich den Kleinen, einen veritablen Siebenpunkt. Ich hatte mit bloßen Händen Blätter und Erde aus der Vertiefung des Steins gekratzt und den Käfer wohl dabei aus seinem Winterquartier aufgescheucht - ein Gruß?

6.4.13

Frau Holle auf dem Hohlstein






Mindestens seit 1999, nämlich als wir hierher zogen, kenne ich den Hohlstein. Beim Spazierengehen ums Dorf oder auf Autotouren in der Umgebung ist er immer wieder zu sehen, ein großer, sanft gerundeter, bewaldeter Hügel, zwischen sechs- und siebenhundert Meter hoch. Und obwohl ich mir die Namen der Berge und Hügel ringsherum von Anfang an ziemlich gut merken konnte, hatte ich seinen Namen die ganzen Jahre hindurch immer wieder vergessen, wenn ich ihn sah. Das war schon richtig auffällig, und im letzen Jahr bin ich sehr konzentriert drangegangen, ihn mir endlich einzuprägen, mit Erfolg.


Und erst vorgestern Abend, einen Tag bevor ich ihn im Zuge meiner Etappenwanderung auf dem Hochrhöner Wanderweg überqueren wollte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen – natürlich, das ist ein Holle-Platz! Sofortiges googeln bestätigte meine Annahme. Als ich dann am nächsten Tag tatsächlich dort oben war und auf einer Bank rastete, fand ich den Gipfel nicht, bzw. konnte ihn nicht sehen, obwohl er ganz in der Nähe sein musste – seltsam. Ich schaute auf meine Wanderkarte, wo er eingezeichnet ist, und auf die Wege drum herum, aber ich sah ihn nicht. Ihn suchen wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, denn ich war ja auf diesem speziellen Wanderweg unterwegs, dessen Streckenverlauf aber grad an dieser Stelle geändert worden war – weitere Verwirrung.





Ich erzählte das alles W., und gemeinsam suchten wir den Gipfel am nächsten Tag von unten auf der Straße aus dem Auto heraus, fanden aber nichts Eindeutiges. Irgendwo oberhalb dieses kleinen Dorfes, durch das wir fuhren, musste er wohl liegen. Und da fiel mir ein, dass ich vor etwa fünfzehn Jahren mit einer Gruppe von Frauen, von denen eine in dem Dörfchen unten gewohnt hatte, dort oben unter riesigen Fichten Beltane gefeiert hatte. Es war dunkel gewesen, als wir hochstiegen, und ich wusste nicht so richtig, wo wir uns befanden. Das war ein denkwürdiges Fest. Eine Frau hatte etliche Reisigbesen mitgebracht, die sie auf dem Speicher ihres neu bezogenen Hauses gefunden hatte, und im Verlauf der etwas chaotischen aber wunderbaren Feier entledigten sich einige der Frauen spontan ihrer Kleider und liefen nackt durch den Wald. Ich war leider nicht dabei, und viel mehr erinnere ich auch nicht davon. 


Zwei Tage nach meiner vergeblichen Suche fuhr ich mit dem Auto hoch bis zum Hotel und ging von da an einfach immer bergauf. Nach ca. 500m kam ich an ein großes, von Fichten und Buchen umstandenes und mit einem Weidezaun eingegrenztes Plateau. Auf der einen Seite der Weide wachsen auch große Buchen, und eine riesige Fichte steht ein Stück weiter allein. Sie hat zwei Stämme oder Äste, die aus einer Stelle im Boden heraus wachsen und sehr dick und knorrig sind. Und ganz am Rand der ebenen Fläche, direkt am Stacheldrahtzaun ein großer Stein. Na, der ist auch nicht von allein hier herauf gerollt, war mein erster Gedanke. Zumal es keine anderen von annähernder Größe gibt. Ich ging näher und siehe da, oben hat der Stein eine Vertiefung wie ein Hollestein. Das Wasser, welches sich darin sammelt, gilt als besonders heilsam und Fruchtbarkeit bringend.  



Dieser Platz scheint ziemlich vergessen zu sein, denn ich fand in dem alten Schnee keine anderen Fußspuren als meine. Rasselnd spürte ich eine mächtige, sanfte Präsenz von etwas wirklich Großem über diesem Platz, und kurz tauchte eine Frau in einem blauen Leinenkleid auf mit weißer, gestärkter Haube, wie eine tüchtige Hausverwalterin. Ich dachte, so haben die Menschen, die hier feierten, sie vielleicht gesehen.


 




Ich setzte das mitgebrachte Kerzenglas und das rot verpackte Schokoladenei in die schneebedeckte Mulde und weiß, dort bin ich bestimmt nicht zum letzten Mal gewesen.



2.4.13

Medicine Walk


Halb freu ich mich, halb fürcht ich mich...

Der Winter geht in diesem Jahr gar nicht zu Ende. Fünf Wochen krank gewesen und kein Mal vor die Tür gegangen. Dabei gefühlte 10 Kilo zugenommen bei gleichzeitigem totalen Muskelschwund. Irgendwann eine schon fast schmerzhafte Sehnsucht nach Bewegung (und natürlich nach endlich Frühling!) entwickelt. Und dann erzählt eine Freundin von einem Rundwanderweg in der Nähe und ihrer Lust, darauf zu wandern (danke Anja!), und ich weiß sofort, das will ich! Ich mache mich auf die Suche nach dem Frühling und tanke da draußen Kraft und laufe der Krankheit und dem Winter einfach davon.

Vorher mussten noch Ostern und am Ostermontag ein runder Geburtstag (90.) in der Familie gefeiert werden, aber gleich am Tag danach wollte ich los, heute also. Kleinen Rucksack gepackt und ab. Leichte Minustemperaturen und ein schneidender, kalter Wind aus Osten - wahrscheinlich ohne Umwege direkt aus Sibirien - dazu ein wenig Frühlingssonne. Schon nach einer halben Stunde leicht hügelan die erste Teepause, die gefällten Stämme am Wegesrand waren so einladend und der Tee im Thermosbecher noch warm (danke H. für die Idee).

Zweite Teepause

Die Pfützen und Teiche sind noch halb von Eis bedeckt, in schattigen Mulden liegt der letzte Schnee, und kein Blümlein, kein Frühlingskräutlein ließ sich blicken, nicht mal an geschützten Stellen. Ein paarmal habe ich mich verlaufen, weil die Markierungen in den letzten Jahren stark verwittert sind. Nach zweieinhalb Stunden war ich im Nachbardorf, wo man mit dem Auto auf der Kreisstraße innerhalb von fünf Minuten ist. Mir war eisekalt und die Beine und Füße taten mir weh. Da ließ ich mich lieber schon abholen, weil ich ja morgen weiter will. Trotzdem fällt es nicht leicht zu akzeptieren, dass meine Kondition so im Keller ist.

Ausblick auf mein übernächstes Etappenziel

3.7.12

Ein Treffen


Es war nicht das erste und wird auch hoffentlich nicht das letzte gewesen sein - das Treffen vom "Seelenflug", dem Forum für schamanisch Praktizierende, in diesem Jahr mal wieder bei uns. Es hatten sich zwar kurz vor knapp einige Mitschreiber aus verschiedenen Gründen wieder abgemeldet, aber zum Glück hatte ich einige Menschen von hier, die ich seit Längerem oder Kürzerem mehr oder weniger regelmäßig sehe, auch eingeladen, sodass wir eine richtig schöne Gruppe wurden. Die Forenmitglieder kamen von überall her - die am weitesten fahren mussten von der Ostseeinsel Usedom und aus Ostösterreich.


Es gab kein Programm, alles fand sich wie von selbst. Natürlich gehörte ein Feuer dazu und gemeinsames Trommeln, auch Gesang - für mich hätten es gern mehr Lieder sein dürfen. Wir reinigten uns mit Rauch und riefen die Geister. Wir machten eine Exkursion zu einem nahe liegenden Götterberg, hörten einen Gedichtvortrag, segneten ein Auto, genossen ein erlesenes Räucherritual, grillten, tranken Met und Weihrauchschnaps, und zwischendurch gab es viel Zeit zum Austausch und für spontane Rituale. Zum Schluss war ich "high" und meine Verdauung von den ungewohnten Genüssen hinüber.

17.6.12

Ein Wunschritual




Letztens beim Heilkreis ein Wunschritual für alle:

Bei körperlichen Beschwerden, in Liebesdingen, auf Arbeitssuche, bei Geldproblemen usw. den Wunsch auf einen Zettel schreiben und diesen zusammen mit Pflanzerde in einen großen Blumentopf füllen (die Töpfe auf dem Foto sind ca 30 cm hoch). Drei Bohnen säen und 14 Tage lang jeden Tag gießen, danach nach Bedarf.

Die Bohnen werden beim Wachsen den Wunsch hinaustragen, damit er erfüllt werden kann.

Das erinnert mich an das Märchen von Jack und der Bohnenstengel, in dem ein eigenwilliger Junge an den Ranken von Zauberbohnen in den Himmel klettert und dort viele gute Dinge findet, mit denen er auf die Erde zurückkehrt.

Und wer keinen Garten oder Balkon sein eigen nennt, der kann die Bohnen auch an einer Hauswand, in einer abgelegenen Ecke eines Parks oder draußen im Wald auf einer Lichtung pflanzen. Es müssen auch keine Stangenbohnen sein, alle Sorten sind möglich. Wichtig ist, dass in den ersten 14 Tagen wirklich täglich gegossen wird.

26.2.12

Hutzelfeuer

foto wiki

Heute ist wieder Hutzelsonntag, der Sonntag nach Aschermittwoch, heute werden bei uns die Winterdämonen mit großen Feuern vertrieben und verbrannt. Seit Wochen schon wurde der Hutzelhaufen von den Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr aufgeschichtet, etliche Meter ist er nun hoch. In der Hauptsache Baum- und Heckenschnitt und die alten Weihnachtsbäume wurden im Wald und im Dorf gesammelt, aber auch andere Holzabfälle werden mit verbrannt.

Hutzeln sind ursprünglich gedörrte Pflaumen, aber auch sehr alte Frauen mit runzligem Gesicht wurden so genannt. Es gab an diesem Sonntag traditionell die Huitzelsopp zu essen oder auch Huitzelkreppel, welche die jungen Leute von den Dorfbewohnern geschenkt bekamen. Bevor die Fastenzeit endgültig begann, wurde an diesem Tag noch einmal richtig geschlemmt. Heutzutage gibt's bloß noch Bratwürscht, Bier und Glühwein, wie überall halt.

Oben auf dem Scheiterhaufen wird eine Puppe aus Stroh angebracht, manchmal bekleidet, die ursprünglich Frau Holle als Wintergöttin darstellen soll. Die Göttin Holle wurde bis ins 17. Jh. hinein in Mitteldeutschland verehrt. Das weiß heute kaum noch jemand. Ich habe auch schon an andere Leute gedacht, die auf solchen Feuern verbrannt worden sind, und jedes Jahr gruselt es mich wieder ein wenig. Das Ritual ist wahrscheinlich sehr alt, von vor der Christianisierung bestimmt, weshab die Kirche das Hutzelfeuer auch lange Zeit verboten hat. Erst seit fast Hundert Jahren wird es wieder gefeiert.

Dieses Jahr gab's vorab amtliche Schelte. Die feuchten Haufen wurden oft mit Benzin oder gar Altöl entzündet, und es wurde auch nicht immer so genau drauf geschaut, was da letztendlich alles mit verbrannt wurde. Aber heute sah ich , wie trockene Strohballen zum entzünden herangefahren wurden.

Jetzt haben sich die Jugendlichen in ihren Feuerwehruniformen am unteren Ende unserer Straße versammelt und ziehen mit Fackeln an unserem Haus vorbei hoch zum Feuerplatz. Die Winter"hexe" bringen sie in einer Schubkarre mit. Ich will auch mal beim Entzünden mit dabei sein und muss deshalb jetzt los.

Und am Himmel gab's dazu einen himmlischen Dreier zu sehen: die zunehmende Mondsichel wurde ganz eng von Jupiter und Venus flankiert.

7.1.12

Vollmond


Vollmondtrommeln am Montag, den 9. Januar 2012

Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude.
Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht.
Ich handelte und siehe, die Pflicht ward zur Freude. (Tagore)

Das Gedicht von Tagore beschreibt treffend die gegensätzlichen Energien, die an diesem Tage wirksam sind. Der Krebs-Vollmond, welcher im Besonderen das Wohlergehen im Schoß von Familie, Heim und Heimat begünstigt, trifft auf sein Gegenüber, die Steinbocksonne, die ganz im Zeichen von übergeordneter Pflichterfüllung steht. An diesem Tag geht es darum, beides zu integrieren. Der weibliche Krebs-Vollmond lehrt uns, unsere mütterlichen Kräfte der Empfänglichkeit zu fühlen, welche die zeugenden Energien der väterlichen Steinbocksonne aufnehmen und die Vereinigung von Beidem wiederum in die Schöpfung hinein schenken und verteilen und nach außen in die sichtbar materielle Ebene tragen.

Ein Tag der großen Emotionen - halte nicht hinterm Berg mit dem, was in dir vorgeht. Nimm ruhig mal jemanden spontan in den Arm, der Zuwendung oder Trost braucht. Oder sage zu einem besonderen Menschen: „Ich habe dich lieb!“ Dein Mantra für diesen Tag: ich höre auf die Stimme meines Herzens.

Die Vollmondenergie ist im Allgemeinen gut dafür geeignet, laufende Prozesse zum Abschluss zu bringen, um sie daraufhin loszulassen, damit in dem neuen Mondumlauf Platz für Neues entsteht. Und der erste Vollmond im neuen Jahr eignet sich besonders gut dazu, Pläne für das kommende Jahr zu schmieden.

23.10.11

Seelenkräfte rufen


Es ist übrigens gut gegangen - ich habe sowohl vor der Hinfahrt als auch vor der Rückfahrt meine Seelenkräfte zusammengerufen und brauchte keine Eingewöhnungszeit am Urlaubsort oder hier zu Hause wieder.

Und es lassen sich auch andere Energien rufen. Ich neige zb leider dazu, mich in schwierigen Situationen klein zu machen und mein Selbstwertgefühl herzugeben. Aber auch das lässt sich zurückrufen und wieder herbeisingen. Es ist richtig zu spüren, wie die Kraft zurückkehrt. Probierts aus.

27.9.11

Seele komplett


Letztens schrieb mir jemand eine nette Mail, in der er ua davon berichtete, dass ihm auf einer langen Reise von Deutschland in sein Zuhause in der Karibik Teile seiner Seele auf der Strecke geblieben waren.

Ich kenne den Zustand ziemlich gut, denn ich verreise gern in andere Länder, und selbst bei Reisen mit dem Auto und dem Schiff passierte mir das regelmäßig. Meistens brauche ich ungefähr eine Woche lang, bis meine Seele wieder komplett ist. Das gilt sowohl für die Ankunft in der Urlaubsgegend als auch für die Heimkehr. In der Zeit fühle ich mich irgendwie nur halb, wie Falschgeld, wie bestellt und nicht abgeholt usw.

Bei unserem Aufenthalt im letzten Jahr auf Elba stand ich bei der Abreise am Heck der Fähre, wie ich das gern tu, und sah der Insel dabei zu, wie sie immer kleiner wurde. Ich dachte an die schöne Zeit dort, die wunderbaren, interessanten Orte, die wir gesehen hatten, und wie wohl ich mich da gefühlt hatte. Und plötzlich dämmerte es mir: so geschieht das also! An jeden dieser Orte hatte ich ein Stück meiner Seele gehängt, "mein Herz verloren", wie ein altertümlicher Ausdruck dafür lautet. Sofort ging ich in eine leichte Trance und rief sehr konzentriert alle meine Seelenteile wieder zu mir. Ich erklärte ihnen, dass ich sie brauche und stellte mir vor, wie sie sich von den schönen Plätzen lösten und zu mir zurückgeflogen kamen.

Und es hat tatsächlich funktioniert, denn wieder zu Hause angekommen war ich sofort ganz da und brauchte keine Woche zum allmählichen Ankommen.

In zehn Tagen werde ich es anders herum auch mal probieren: bei der Abfahrt - es geht wieder nach Elba - werde ich alle meine Seelenteile, die dann noch hier im Haus und in der Gegend und bei meiner Familie, Freunden und Projekten "rumhängen", zu mir rufen und gleich mitnehmen.

15.9.11

Neues im Bunten Haus

Heute Nachmittag hatte ich im Halbschlaf in der Sonne auf dem Balkon die Vision, einen Blog über unsere Schamanische Arbeit zu machen. Voila! Hier ist er.

Am vergangenen Montag legten wir hinten im wilden Teil unseres Gartens eine neue Feuerstelle an. Sie ist bestimmt doppelt so groß und doppelt so tief wie die alte, fast erschien sie uns ein wenig zu protzig. Aber abends beim Vollmondtrommeln am Feuer waren wir zu Zwölft. Also, think big! Das Feuer brannte wunderbar, und keiner musste während dem einstündigen Trommeln aufstehen und Holz nachlegen. Der volle Mond ging wunderprächtig hinterm Wald auf, bevor er sich später in sein wolkiges Nachtgewand hüllte.

Die neue Feuerstelle liegt genau auf der Nord-Süd Achse unseres Medizinrades, das wir vor zweieinhalb Wochen bauten, und ist auf eine Weise mit diesem verbunden, die ich noch nicht so genau benennen kann. Es fühlt sich bloß gut und richtig an.

Meine Sednatrommel sprach an diesem Abend zu mir über Freundschaft. Wie sich Freundschaft anfühlt und was dafür getan werden muss. Ein Thema, über das ich noch einiges lernen möchte. Und sie wollte einen Platz an der Wand über meiner Schlafstatt haben und ein neues blaues "Kleid" statt dem alten weißen.