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2.2.16

Lichtmess



Kommen die Winterriesen nun noch mal mit Schnee und Eis übers Land gepoltert, oder fängt bald der Vorfrühling an? Achten wir doch auf das Wetter am Lichtmesstag (2. Februar). Ihr wisst ja, kommt dann der Dachs aus seiner Höhle und sieht seinen Schatten, hält sich der Winter noch sechs Wochen lang.

Trotzdem singen die Vögel wieder, die Zaubernuss blüht, und wir wünschen euch ein fröhliches Lichtmessfest und eine närrische Zeit! Der Wassermann regiert, der „Clown“ des Tierkreises, und stellt alles auf den Kopf. Er zieht seinen bunten Harlekins Anzug über und bricht mit Leichtigkeit das Wintereis und andere verkrustete Strukturen mit seiner guten Laune und seiner tiefen Menschenfreundlichkeit.

Kehrt den letzten Weihnachtsschmuck  und alles Überflüssige hinaus, schafft Platz für das Neue! Geht zu euren Lieblingsbäumen und singt ihnen ein Lied, denn die Säfte beginnen zu steigen, und ihr könnt dabei helfen. Dann steigen sie auch in euch wieder.

19.6.15

Mittsommer


Fülle - Freude - Feenzauber

Die Meteorologen machen es sich einfach. Seit einigen Jahren setzen sie den Beginn der Jahreszeiten einfach auf den ersten des jeweiligen Monats. So gesehen hat der Sommer also schon begonnen. So einige schöne Sommertage hatten wir ja auch im April, Mai und Juni.
Ihren höchsten Stand am Himmel erreicht die Sonne aber erst am 21. Juni. In diesem Jahr will ich bewusst nicht dran denken, was danach geschieht, sondern den Sommer mit allen Sinnen genießen als ob’s kein Morgen gäbe. Jetzt ist die Zeit, in der die schönsten Blumen blühen und duften, die Beeren sind reif, die Welt ist grün und bunt. Wer will, bindet sich einen Blüten- oder Eichenlaubkranz und setzt ihn auf. Es ist warm, die jungen Vögel machen ihre ersten Flugübungen, und im Wald spielen die kleinen Füchse - so könnte es immer bleiben.

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ heißt es in einem alten Lied, und genau das tun wir, wenn wir rausgehen ins Freibad oder an den Baggersee, in den Park oder auf die Wiese, Picknicken im Grünen, Gartenfeste feiern und Freiluftveranstaltungen besuchen.

Und der Zauber? Ja, in den kurzen Nächten, wenn es still ist, lassen sich manchmal die kleinen Leute blicken, Gnome und Elfen bei ihren Festen. Aber um die sehen zu können, muss man Farnsamen in den Schuhen tragen und unter einem blühenden Hollerbusch sitzen.

30.4.15

Maifest

Der Frühling ist da! Zu keiner anderen Zeit des Jahres sind unsere Lebenskräfte so sehr nach außen gerichtet, sind wir so sehr mit der Welt, mit der Natur und mit unseren Mitmenschen verbunden, wie jetzt im Frühling. Wir öffnen die Fenster unserer Häuser und lassen die frische Luft herein, und wir öffnen auch unsere Herzenstüren und lassen Licht und Liebe herein. Es zieht uns nach draußen, egal ob in den Garten, in Wald und Wiese oder ins Straßencafé. Die Welt wird wieder bunt, auch wir tragen bunte Kleidung, und die Frühlingsgöttin hat ihr rotes Kleid angezogen. In dieser Zeit findet die Lebenslust ihren stärksten Ausdruck.


Der Grüne Mann, der Gehörnte des Waldes, zeigt sich auch wieder in seiner jugendlichen Kraft, wir sind eingeladen ein Freudenfest mit allen zu feiern und laden dich zum Fest der Lebendigkeit ein! Die Farben des Festes sind das Grün für die junge Vegetation und das Rot für die Lebensfreude und die Fruchtbarkeit. Es wird getrommelt, gesungen und getanzt, wir feiern Rituale und Zeremonien, und zum Schluss werden wir gemeinsam am Buffet genießen, was zusammengetragen wurde.

14.4.13

Der siebte Tag - und ein Hunde"schlitten"


Rückenlehne einer Hochrhöner-Bank

Sonntag. Als erstes begegnete mir ein Gefährt aus Metallrohren auf Rädern, das von zehn Hunden gezogen wurde. Der Mann bog zwar vom Weg ab und fuhr über die Wiese, aber die Hunde blieben trotzdem stehen und guckten nach Saba, die außerdem auch noch läufig ist. Mit einiger Mühe und der Hilfe seines kleinen Sohnes kriegte er sein Gespann aber wieder in die Spur. Gewundert habe ich mich darüber, dass die Hunde kaum größer oder kräftiger aussahen als Saba, also eher schmal und zierlich.


Habe an verschiedenen Stellen frisches, glänzendes Sternmoos gesehen und einmal einen Zitronenfalter. Ein oranger Schmetterling, flog zu schnell vorbei, als dass ich ihn hätte erkennen können. Ich sah Buschwindröschen, Huflattich und Schlüsselblumen und hörte ein Vogelkonzert mit Specht-Percussion. Ein paar winzige Schneeflecken gab es nur noch, dafür war der Boden feucht und aufgeweicht.

Unten liegt Habel

Der Habelstein! Hoch aufragende Basaltene Vulkanschlote und tiefe Schluchten am Hang des Habelberges, ein gewaltiger Ort. Ein bisschen wurden mir die Kniee weich, so steil und tief ging es da hinunter. Hab auch den Habelmann getroffen, eine Gestalt aus schwarzem Basalt, drei bis vier Meter groß und erstaunlich behende. Und viele kleine Steinwesen wuselten da herum. Ich fand das im ersten Moment seltsam, wie lebendig Steine sind.


6.4.13

Frau Holle auf dem Hohlstein






Mindestens seit 1999, nämlich als wir hierher zogen, kenne ich den Hohlstein. Beim Spazierengehen ums Dorf oder auf Autotouren in der Umgebung ist er immer wieder zu sehen, ein großer, sanft gerundeter, bewaldeter Hügel, zwischen sechs- und siebenhundert Meter hoch. Und obwohl ich mir die Namen der Berge und Hügel ringsherum von Anfang an ziemlich gut merken konnte, hatte ich seinen Namen die ganzen Jahre hindurch immer wieder vergessen, wenn ich ihn sah. Das war schon richtig auffällig, und im letzen Jahr bin ich sehr konzentriert drangegangen, ihn mir endlich einzuprägen, mit Erfolg.


Und erst vorgestern Abend, einen Tag bevor ich ihn im Zuge meiner Etappenwanderung auf dem Hochrhöner Wanderweg überqueren wollte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen – natürlich, das ist ein Holle-Platz! Sofortiges googeln bestätigte meine Annahme. Als ich dann am nächsten Tag tatsächlich dort oben war und auf einer Bank rastete, fand ich den Gipfel nicht, bzw. konnte ihn nicht sehen, obwohl er ganz in der Nähe sein musste – seltsam. Ich schaute auf meine Wanderkarte, wo er eingezeichnet ist, und auf die Wege drum herum, aber ich sah ihn nicht. Ihn suchen wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, denn ich war ja auf diesem speziellen Wanderweg unterwegs, dessen Streckenverlauf aber grad an dieser Stelle geändert worden war – weitere Verwirrung.





Ich erzählte das alles W., und gemeinsam suchten wir den Gipfel am nächsten Tag von unten auf der Straße aus dem Auto heraus, fanden aber nichts Eindeutiges. Irgendwo oberhalb dieses kleinen Dorfes, durch das wir fuhren, musste er wohl liegen. Und da fiel mir ein, dass ich vor etwa fünfzehn Jahren mit einer Gruppe von Frauen, von denen eine in dem Dörfchen unten gewohnt hatte, dort oben unter riesigen Fichten Beltane gefeiert hatte. Es war dunkel gewesen, als wir hochstiegen, und ich wusste nicht so richtig, wo wir uns befanden. Das war ein denkwürdiges Fest. Eine Frau hatte etliche Reisigbesen mitgebracht, die sie auf dem Speicher ihres neu bezogenen Hauses gefunden hatte, und im Verlauf der etwas chaotischen aber wunderbaren Feier entledigten sich einige der Frauen spontan ihrer Kleider und liefen nackt durch den Wald. Ich war leider nicht dabei, und viel mehr erinnere ich auch nicht davon. 


Zwei Tage nach meiner vergeblichen Suche fuhr ich mit dem Auto hoch bis zum Hotel und ging von da an einfach immer bergauf. Nach ca. 500m kam ich an ein großes, von Fichten und Buchen umstandenes und mit einem Weidezaun eingegrenztes Plateau. Auf der einen Seite der Weide wachsen auch große Buchen, und eine riesige Fichte steht ein Stück weiter allein. Sie hat zwei Stämme oder Äste, die aus einer Stelle im Boden heraus wachsen und sehr dick und knorrig sind. Und ganz am Rand der ebenen Fläche, direkt am Stacheldrahtzaun ein großer Stein. Na, der ist auch nicht von allein hier herauf gerollt, war mein erster Gedanke. Zumal es keine anderen von annähernder Größe gibt. Ich ging näher und siehe da, oben hat der Stein eine Vertiefung wie ein Hollestein. Das Wasser, welches sich darin sammelt, gilt als besonders heilsam und Fruchtbarkeit bringend.  



Dieser Platz scheint ziemlich vergessen zu sein, denn ich fand in dem alten Schnee keine anderen Fußspuren als meine. Rasselnd spürte ich eine mächtige, sanfte Präsenz von etwas wirklich Großem über diesem Platz, und kurz tauchte eine Frau in einem blauen Leinenkleid auf mit weißer, gestärkter Haube, wie eine tüchtige Hausverwalterin. Ich dachte, so haben die Menschen, die hier feierten, sie vielleicht gesehen.


 




Ich setzte das mitgebrachte Kerzenglas und das rot verpackte Schokoladenei in die schneebedeckte Mulde und weiß, dort bin ich bestimmt nicht zum letzten Mal gewesen.



5.4.13

Der vierte Tag - wo sich Fuchs und Rehe "Gute Nacht" sagen



Es war ein trüber Tag, die Wolken hingen tief, die Sicht war schlecht, und es schneite sogar ein bisschen - ausgesprochen ungemütlich. An den bitterkalten Wind hatte man sich fast schon gewöhnt - dank der zwei Mützen und den mittlerweile zwei Thermosbechern mit heißem Gewürztee. Von der Flasche mit dem kalten Wasser hatte ich sowieso nie was getrunken.

Ein vorläufig letzter Blick auf die Harbacher Linde

Ich ging über tief verschneite Waldwege, sah einen Fuchs in der Ferne davon eilen und drei Rehe direkt vor mir den Weg kreuzen. Bei solchem Wetter ist sonst nicht viel los auf den Wanderwegen, da bleibt man unter sich.

Irgendwann fiel es mir auf: es war vollkommen still im Wald! Der April ist doch sonst der Monat, wo die Vögel den meisten Lärm machen, und ich hör besonders gern die im Wald. Aber außer einem ganz gelegentlichen einzelnen Stimmchen gab es keinen Laut, wie im tiefsten Winter.

Wie ist das eigentlich mit der Spiritualität, wenn es an körperliche Grenzen geht? Ist es so wie bei der Maslow-Pyramide, dass erst der Bauch gefüllt und der Körper bequem ist, ehe sich der Geist mit anderen Realitätsebenen befassen mag?

Gestern, auf diesem magischen Hügel mit den Hainbuchen drauf, wollte ich eigentlich den Ortsgeist suchen. Hab es aber bei all dem kalten Wind und der körperlichen Anstrengung glatt "vergessen".

Heute hab ich zum gleichen Zweck sogar ne Rassel eingepackt, fand aber wieder keine richtige Gelegenheit. Aber ich fand eine Krähenfeder, die ich als Gebetsfeder in eine Baumrinde steckte und um Kraft bat. Und da konnte ich endlich singen und sang ein Lied für Himmel und Erde. Danach gings mir richtig gut.

27.1.13

Wurzelkraft





Tatsächlich hatten wir in den letzten Wochen noch mal so einen richtigen Skadiwinter mit ordentlich Schnee und Kälte und Regenbogengefunkel. Doch heute beginnt es zu tauen, und es wird feucht.

Morgens erwachte ich mit einer Idee, mit einem Bild von einem Rohkost-Smoothie aus Rüben. Es fühlte sich an, als ob mir das in der Nacht jemand ins Ohr geflüstert hatte. Mein Verstand tat es zunächst als Spinnerei ab.

Doch zum Frühstück war es klar, so ein Smoothie gehört heute unbedingt dazu. Im Gemüsekorb fand ich Möhren, Pastinaken, Steckrübe, Knollensellerie und Boskopäpfel, tat von allem etwas in den Mixer, dazu Apfelsaft und fertig war der Rüben-Smoothie. Mir schmeckte er ganz wunderbar frisch und süß und leicht, genau das, was mein Körper anscheinend gebraucht hatte.

Und beim Trinken spürte ich eine Kraft von unten, von der Erde, ganz so als ob der Winter mit seinen speziellen Genüssen ein gutes Fundament für den kommenden Frühling legen will. Vielleicht mache ich mir ja Morgen wieder einen.

9.1.13

Skadi



Zurzeit fasziniert mich diese Göttin sehr.

Ich mochte den Winter eigentlich nie besonders. Die Kälte kroch in die Knochen, lähmte. Die warmen Wollsachen kratzten, die Haut reagierte allergisch, Erkältungen wechselten sich alle Nase lang ab, und Winterdepressionen wurden immer schlimmer. Ich fürchtete mich eigentlich gegen Ende des Sommers schon regelrecht vor dem Winter, und das wurde in den letzten Jahren immer stärker.

In diesem Winter hat sich das irgendwie verändert, und mein Blick fällt auf die nordische Eisriesin Skadi und ihre Lust an der kalten Jahreszeit. Skadi ist als Angehörige der Natur waltenden Riesenfamilie und als Tochter des Sturmriesen Thiassi eine Repräsentantin des Winters und des Kälte bringenden Nordwinds und zeigt, wie man die kalte Jahreszeit freudvoll genießen kann, ohne sich hinterm Ofen zu verkriechen. Sie läuft auf Schneeschuhen oder Skiern durch die verschneite Landschaft und jagt mit ihrem Bogen Vögel und allerlei Getier. Und manche meinen, sie ist die Namenspatin von Skandinavien, welches sich auch als Land der Skadi deuten lässt.

Auch wenn Winterjasmin und Zaubernuss schon blühen, freu ich mich drauf, wenn wieder Schnee liegt, der bei genügender Kälte in der Sonne in allen Regenbogenfarben funkelt.

9.11.12

Zwergengeschichten


Seit diesem Sommer kann ich sie plötzlich sehen, die Zwerge. Ich weiß nicht mehr so genau, wann das passierte, aber es hatte damit zu tun, dass ich schon lange die Idee hatte, ein Seminar über Naturgeister anzubieten, ohne je selber eines besucht zu haben. Während der Vorbereitungszeit nahm ich bewusst Kontakt zu verschiedenen Naturwesenheiten auf, Zwerge waren jedoch keine darunter gewesen, aber auf einmal waren sie trotzdem bei mir, das kleine Volk, und ich fand es zunächst sehr seltsam.



Seitdem kann ich viele von ihnen ständig um mich herum sehen, ungefähr von Handgröße, in bräunlichen Farbtönen, mit spitzen Mützen wuseln sie vor mir auf dem Boden, sodass ich schon mehr als einmal dachte: hoffentlich trete ich nicht mal auf einen! Das ist natürlich Quatsch, denn sie sind ja nicht aus Materie, sondern bestehen aus sichtbar gewordener Energie.


Einmal erzählten sie mir, dass sie auch in mir und in jedem anderen Wesen tätig sind und dort ihre aufbauenden und ordnenden Arbeiten verrichten, die Vorstellung gefiel mir. Manchmal gehe ich in die „Zwergenschule“ und erhalte Informationen und Unterweisungen, die nur sie mir geben können. 


Wie ich erst später begriff, repräsentieren sie die Wachstumsenergie der Erde, verbunden mit den Kräften der Sonne und des Kosmos. Und vor einigen Tagen fiel es mir wie Schuppen von den Augen: beim Betrachten einer Quarzkristallstufe kann man sie ganz genau erkennen, denn dort haben sie sich selber abgebildet und in ihrer Arbeit sichtbar gemacht – kleine Wesen mit spitzen Kappen. Aber auch auf einer Wiese zum Beispiel sind sie in den aufschießenden grünen Halmen und Stängeln gut zu erkennen. Mittlerweile betrachte ich die Welt mit ganz anderen Augen, erkenne überall ihr Wirken.


In einem der wenigen Bücher, die ich zur Vorbereitung auf das Thema Naturgeister las, war eine Anleitung zum Herstellen von Zwergen, und ich wusste sofort: das muss ich tun, es ist wie eine Aufgabe, die sie mir stellen. Also stricke ich seit einem Vierteljahr Zwerge. Den ersten verschenkte ich spontan an den kleinen Jungen, für den wir im Sommer eine Kinderweihe gemacht hatten. Die nächsten zwei – Himpelchen und Pimpelchen - bekam unsere Enkelin zum zweiten Geburtstag. Den vierten bekam eine liebe Freundin, die auf eine weite Reise ging, und den fünften bekam meine Mutter als Dank für den ersten Zwerg, den sie mir schenkte, als ich drei Jahre alt war.


Weitere sind entstanden: ein Kastanienzwerg für unseren Enkel, ein Hagebuttenzwerg für meine jüngere Tochter, ein Herbstzwerg für einen anderen kleinen Jungen, ein Sardischer Strandwichtel fürs Auto, ein Erdzwerg und ein bartloser Zwerg für das neu gebaute Haus einer anderen Freundin. Mittlerweile sind es elf, und es werden noch viele mehr werden.




17.6.12

Ein Wunschritual




Letztens beim Heilkreis ein Wunschritual für alle:

Bei körperlichen Beschwerden, in Liebesdingen, auf Arbeitssuche, bei Geldproblemen usw. den Wunsch auf einen Zettel schreiben und diesen zusammen mit Pflanzerde in einen großen Blumentopf füllen (die Töpfe auf dem Foto sind ca 30 cm hoch). Drei Bohnen säen und 14 Tage lang jeden Tag gießen, danach nach Bedarf.

Die Bohnen werden beim Wachsen den Wunsch hinaustragen, damit er erfüllt werden kann.

Das erinnert mich an das Märchen von Jack und der Bohnenstengel, in dem ein eigenwilliger Junge an den Ranken von Zauberbohnen in den Himmel klettert und dort viele gute Dinge findet, mit denen er auf die Erde zurückkehrt.

Und wer keinen Garten oder Balkon sein eigen nennt, der kann die Bohnen auch an einer Hauswand, in einer abgelegenen Ecke eines Parks oder draußen im Wald auf einer Lichtung pflanzen. Es müssen auch keine Stangenbohnen sein, alle Sorten sind möglich. Wichtig ist, dass in den ersten 14 Tagen wirklich täglich gegossen wird.

9.5.12

Die Schöllkrautdeva


Vor 13 Jahren zogen wir in dieses Haus, und gleich im ersten Frühjahr staunte ich über das Schöllkraut, das üppig in unserem Eingangsbereich wächst. Diese Pflanze hatte ich vorher gar nicht gekannt, und spätestens seit Storl weiß man ja, dass die Kräuter in Hausnähe etwas mit einem selber zu tun haben. Doch bei meinen Nachforschungen fand ich nichts, was auf einen von den Bewohnern hier zutreffen könnte, außer dass in unserem Garten und ringsherum jedes Jahr viele Schwalben herum fliegen. (Die bot. Bezeichnung lautet chelidonium majus, griech.: chelidon = Schwalbe.)

In diesem Frühjahr traf ich eine Frau, die mir erzählte, dass Maria Treben einiges über das Kraut zusammen getragen hat und seine Leberwirksamkeit hervorhob. Also beschloss ich endlich, zum Geist des Schöllkrauts zu reisen. Zuerst erschien ein keiner, spitziger Gnom, der in das etwas blasse Gelbgrün und leuchtende Gelb der Pflanze gekleidet war. Leider sah er gar nicht freundlich aus, und ich misstraute ihm zutiefst. Erst als eine Menge Schwalben heran geflogen kamen und sich auf ihn setzten, änderte sich das.

Und im gleichen Moment erschien eine Wesenheit, oder hatte sich der Gnom in sie verwandelt? Die war so riesig, dass sie mein gesamtes Blickfeld ausfüllte, oder war ich geschrumpft? Grün und Gelb das wehende Gewand, das Gesicht nicht zu erkennen, teilte sie mir mit, die Hüterin unseres Hauses zu sein. Ich sollte an jede Pflanze in unserer Einfahrt ein rotes Bonbon legen. Außerem erfuhr ich noch etwas über eine Zubereitung mit Alkohol - ich dachte zunächst an eine Tinktur - doch dann fand ich ein Rezept, in dem die ganze Pflanze mitsamt der Wurzel zerkleinert und mit Weißwein übergossen wird. Das werde ich mal probieren.

1.5.12

Tanzende Pflanzengeister



Am Wochenende waren an zwei verschiedenen Tagen zwei Frauen da und erzählten uns etwas über „Grüne Smoothies“. Frisch gesammelte Kräuter werden mit etwas Wasser im Mixer püriert und danach durch einen Nylonstrumpf abgesiebt und ausgepresst.

Da der Frühling voll im Gange ist und ich noch immer von Zubereitungen mit Wildkräutern begeistert bin, habe ich das gestern gleich ausprobiert. Ich fand tatsächlich noch eine uralte Nylonsocke in den Tiefen meines Kleiderschranks. Dann wilde Kräuter auf die Schnelle im Garten gesucht, gemixt, gepresst, getrunken… na ja. Es hat eindeutig besser geduftet als geschmeckt.

Heute dann der zweite Versuch. Fachmännisch vom Mann an meiner Seite beim Spaziergang gesammelt, kamen heute zusammen: Löwenzahnblüten und -blätter, Wiesenschaumkrautblüten, Schafgarbe, Brennnessel, Bärlauch, Giersch, Labkraut, Brunnenkresse, Taubnessel, Gundelrebe, Knoblauchrauke, Wiesenkerbel und Sauerampfer – ein paar andere vielleicht noch vergessen. Es schmeckte pur schon besser als gestern, aber heute wollte ich dem Ganzen noch etwas mehr Würze verleihen. Deshalb mixte ich Zwiebel, Chili, Zitronensaft und Sojasoße dazu. Das schmeckte super, und gleich nachdem wir unser Glas geleert hatten, sahen wir tanzende und lachende Pflanzengeister um uns. Nein, wir hatten wirklich nichts Hochprozentiges dazugemixt!

Morgen werde ich die Kräutermischung nicht absieben, sondern die Festbestandteile mittrinken. In den Zellwänden wohnen bestimmt noch jede Menge weiterer hilfreicher Spirits. Im Internet gibt’s auch Rezepte, da kann man dann alle möglichen Gemüse, Früchte und Nüsse dazumixen, aber ich bleibe erstmal lieber bei den Wildkräutern.

Grüne Grüße zum 1. Mai und ein wildes, fröhliches Beltanefest!

10.4.12

Ostara-Spirit


Jetzt ist wirklich Frühling! Die Schlüsseblumen blühen im Wald. Egal ob's noch mal kalt wird oder gar schneit, der Frühling ist in mein Herz gezogen. So intensiv und lange habe ich das noch nie erlebt.

Vor drei Wochen haben wir zur Tag- und Nachtgleiche mit Freunden am Feuer gefeiert, und jetzt ist Ostern mit der Familie gerade vorbei. Vielleicht liegt es daran, dass mir in diesem Jahr Frau Holle als Hüterin der ungeborenen Seelen erschienen ist. Überall sehe ich sie und ihren Frühlingsaspekt Ostara, in jeder Blume und in jeder grünen Blattknospe, in den Vögeln, die Material für ihre Nester suchen und in den quirligen Bächen, die vom Eis befreit sind. Ich spüre sie in der Wärme der Sonne, rieche ihren süßen Blütenduft und höre sie im Jubeln der Vögel.

Die Erde legt ihr grünes Frühlingsgewand an, vom Regen nass und von der Sonne beschienen funkelt es so kostbar wie Smaragd. Von Frau Holle hieß es mancherorts, sie trüge einen grünen Schleier. Und Hildegard von Bingen besang die Grünkraft, oder war ich es, die ein Lied aus ihren Worten machte?

"Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit,
und diese Kraft ist grün.
Aus lichtem Grün sind Himmel und Erde geschaffen
und alle Schönheit der Welt."

6.10.11

Endlich Herbst!


So habe ich das noch nie gesehen, aber die sommerliche Wärme bis vor zwei Tagen wurde mir zunehmend unheimlich, obwohl ich sie natürlich auch sehr genossen habe.

Die Schwalben sind schon vor einem Monat fortgezogen, und jetzt erst zeigt sich der Herbst von seiner gewohnten Seite. Die Wälder werden langsam ernsthaft bunt, und es wird kälter. Wind treibt die Wolken über den Himmel und steigert sich in gelegentliche Sturmböen hinein. Die ersten Blätter segeln durch die Luft herab, der nächste Windstoß spielt noch einmal mit ihnen und wirbelt sie erneut auf. Dann gibts ein paar kräftige Regengüsse drauf, und alles wird wieder ordentlich sauber gewaschen.

Die Pflaumenbäume sind schon abgeerntet, an der Apfelbäumen hängt es noch.
Ab und an sammle ich mir einen auf - sie schmecken alle anders.

Dunkel wird's - Zeit für die ersten Kerzen. Ich verstehe das erste Mal die Menschen, die meinen, der Herbst wäre ihre Lieblingsjahreszeit.