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2.8.16
Schnitterzeit - Ferienzeit
Selig hingegeben an Sommer, Sonne und Meer auf dem Peloponnes, drei Wochen lang jeden Morgen bei Sonnenschein aufstehen und im Meer baden, dabei "ist das schön!" ausrufend, jeden Abend der Sonne dabei zuschauen, wie sie im Meer versinkt, nichts weiter wollend, nichts brauchend, nichts müssend...
1.6.16
Mittsommerfest
Jedenfalls gibt es wieder etwas zu feiern, nämlich
dass die Sonne den höchsten Punkt auf ihrer Bahn erreicht und der Sommer jetzt
endlich anfangen kann. Wieso wird es eigentlich erst richtig warm, wenn die
Sonnenbahn schon wieder absteigt? Ich denke, das liegt daran, weil die Sonne
die erste Jahreshälfte gebraucht hat, um die winterkalte Nordhälfte der
Erdkugel zu erwärmen. Und ist diese erst einmal aufgeheizt, dann wirkt
die Sonnenwärme weiter, auch wenn die Sonnenstrahlung selbst schon wieder etwas
abnimmt. Im Winter gibt’s dann das gleiche Spiel, bloß umgekehrt.
Das Gleiche passiert jeden Tag, an dem die Sonne scheint.
Nicht mittags um 12 Uhr, sondern am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr ist es am
wärmsten. Und etwas Ähnliches kenne ich von mir selber auch. Im Kopf
begreife ich u.U. recht schnell, worum es sich bei meinen Problemen handelt.
Aber ehe dieses Begreifen auch den Körper erfasst und etwas spürbar verändert, vergeht
manchmal einiges an Zeit. Oder wie der Volksmund weiß: der Geist ist willig,
das Fleisch ist schwach. Es ist halt die Materie der Erde oder die unseres
Körpers mit ihrer Schwere und Dichte, welche die erleuchtenden Strahlen der
Sonne oder unseres Geistes nur langsam aufnehmen kann.
Wie auch immer, wir laden dich herzlich ein, mit uns zusammen die Hoch-Zeit
des Jahres am Samstag, den 25. Juni zu feiern, mit Feuer, Rauch,
Ritualen, Trommeln, Liedern und einem leckeren Büffet, zu dem alle etwas
Jahreszeitliches beitragen.
10.3.16
Frühlingsfest am Ostara-Feuer
Ja, ist
das nun noch der Winter oder doch schon der Vorfrühling? Die Nächte
sind zwar noch eisig, aber am Tag ist der Himmel oft blau, die Sonne
scheint und schmilzt den nächtlichen Reif und die letzten weißen
Schneereste hinfort. Frühling scheint in der Luft zu liegen, und wir
können es wie jedes Jahr kaum erwarten, dass er endlich kommt und die
Sonne wieder richtig wärmt.
Zum Frühlingsanfang am 20. März sind die Tage und die Nächte wieder
gleich lang, und es herrscht allerorten Aufbruchsstimmung. Das betrifft
sowohl die Knospen der Bäume als auch viele Frühlingsblumen, und auch
die Tierwelt kommt in Stimmung, nämlich um sich fortzupflanzen. Ein
munteres Treiben beginnt im wahrsten Wortsinne. Ostern wird gefeiert mit
dem Symbol des fruchtbaren Hasen und dem ursprünglichen
Fruchtbarkeitssymbol, dem Ei, anfangs nur in Rot gefärbt als Farbe der –
na was wohl? Natürlich der Fruchtbarkeit und des Lebens.
Und was fangen wir selber an inmitten von so viel aufbrechender
Fruchtbarkeit? Wir bekommen ja nicht jedes Frühjahr ein oder sogar
mehrere Nachkommen. Wer einen Garten sein eigen nennt, der ist gut
dran. „Im Märzen der Bauer…“ es wird gegraben, gehackt, gerecht,
gesät und gepflanzt. Wusstet ihr, dass sich in England vor Zeiten die
Bauern mit dem nackten Bobbes auf die Äcker setzten und die Wärme des
Bodens prüften, bevor sie ihn bearbeiteten? Vielleicht auch ein Ausdruck
übermütiger Frühlingsgefühle, besonders dann, wenn auch die Bäuerin in
der Nähe war.
Wir jedenfalls wollen mit euch trommeln, unsere Anliegen in ein
Gleichgewicht bringen, herausfinden, was wir mit der zusätzlichen Kraft
des Aufbruchs in unserem Leben bewirken, und was wir in die Welt bringen
können.
6.9.15
Herbstbeginn - die Suche nach Balance
Der September schafft einen Übergang von der warmen zur kalten Jahreszeit, indem er uns noch einige sommerliche Tage schenkt, die Nächte sind aber schon empfindlich kühl. Je größer die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind, desto prächtiger und "feuriger" erscheint später das Herbstlaub. Aus diesen Extremen, Wärme und Kälte, Tag und Nacht heraus, suchen die Kräfte der Herbsttag- und Nachtgleiche wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Und das sieht letztendlich so aus, dass sich zu den kalten Nächten dann auch die kalten Tage gesellen, weil die Bahn der Sonne unaufhaltsam immer flacher und kürzer wird (bzw. weil unsere Heimatregion auf der der Erde sich immer weiter von der Sonne wegdreht).
So weit, so gut. Und was erleben wir in dieser Zeit? Wir suchen auch das Gleichgewicht der Kräfte. Aus dem lichten, warmen Sommer kommend müssen wir hinein in die Dunkelheit und Kälte der zweiten Jahreshälfte und brauchen dafür Mut und Entschlossenheit sowie die Hilfe unserer Mitmenschen. Abschied und Tod sind ein Thema in dieser Zeit, als auch Dankbarkeit für die Fülle der Gaben des Sommers - Erntedank. Ein Spagat im Denken und Fühlen. Der Abschied stimmt traurig, und die Dankbarkeit stimmt froh und öffnet das Herz und die Hoffnung auf ein Weiterleben. Dies beides gleichermaßen zuzulassen, es gar zu integrieren schafft ein Gleichgewicht im Sein.
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30.7.15
Schnitterzeit
Glühwürmchennächte...
Schwarze Schatten jäh im Grün -
Ein Blatt fällt herab
Plötzliche Erkenntnis: die scheinbar endlose Sommerseligkeit geht doch einmal zuende.
Dazu fällt mir eine Bauernregel für den 26. Juli ein "Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."
In diesem Jahr tun die Wettermacher aber so, als hätten sie noch nie von dieser Regel gehört, und die dritte Hitzewelle dieses Sommers geht über unser Land hinweg. Das Korn ist geschnitten, und die Strohrollen liegen gleichmäßig verteilt auf den Stoppelfeldern. Das Grün der Bäume wird matt und dunkel, und manchmal schleichen sich schwarze Schatten hinein und machen die Kontraste schärfer. Das Licht der Sonne erscheint goldener, und rote Beeren leuchten im Gezweig. Hier und da färben sich auch schon die Äpfel.
Mitte August ist traditionell die Sammelzeit für Heilkräuter vorbei. Stattdessen gingen die Frauen hinaus und sammelten einen blühenden Strauß aus bestimmten Pflanzen und ließen ihn segnen, damit er sie und ihre Familien über die dunkle Zeit beschützen sollte. Manchmal wurde etwas davon abgebrochen und als Schutz- und Heilräucherung verwendet. Gerade in diesem Jahr haben junge Frauen aus einem Nachbardorf diesen Brauch wieder belebt.
Die erste Ernte wird eingefahren. Was haben wir schon geerntet? Was ist aus unseren Wünschen und Projekten vom Jahresbeginn geworden?
Dazu fällt mir eine Bauernregel für den 26. Juli ein "Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."
In diesem Jahr tun die Wettermacher aber so, als hätten sie noch nie von dieser Regel gehört, und die dritte Hitzewelle dieses Sommers geht über unser Land hinweg. Das Korn ist geschnitten, und die Strohrollen liegen gleichmäßig verteilt auf den Stoppelfeldern. Das Grün der Bäume wird matt und dunkel, und manchmal schleichen sich schwarze Schatten hinein und machen die Kontraste schärfer. Das Licht der Sonne erscheint goldener, und rote Beeren leuchten im Gezweig. Hier und da färben sich auch schon die Äpfel.
Mitte August ist traditionell die Sammelzeit für Heilkräuter vorbei. Stattdessen gingen die Frauen hinaus und sammelten einen blühenden Strauß aus bestimmten Pflanzen und ließen ihn segnen, damit er sie und ihre Familien über die dunkle Zeit beschützen sollte. Manchmal wurde etwas davon abgebrochen und als Schutz- und Heilräucherung verwendet. Gerade in diesem Jahr haben junge Frauen aus einem Nachbardorf diesen Brauch wieder belebt.
Die erste Ernte wird eingefahren. Was haben wir schon geerntet? Was ist aus unseren Wünschen und Projekten vom Jahresbeginn geworden?
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21.3.15
Frühlingsfest
So wie der Bär in dieser Zeit seine Entschlackungs- und Verjüngungskräuter sucht, machen wir es auch. Die Bahn der Sonne steigt täglich höher, und jetzt sind Tag und Nacht wieder gleich lang. Irgendwann streift der Bär seinen Pelz ab und zeigt sich uns als das, was er ist: der goldene Sonnenprinz! Er nimmt immer mehr an Kraft zu und mit ihm unsere Freude über die Wärme, das Grün und das Blühen. Schneeweißchen in ihrem weißen Kleid, die Frühlingsgöttin, gesellt sich dazu als seine Braut und schüttet aus ihrem Füllhorn die ersten grünen Triebe und gelbe und weiße Blüten.
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2.2.15
Lichtmess
Um die Lichtmesszeit wird der Bär in seiner unterirdischen Höhle unruhig und erwacht aus seiner Winterruhe. Er erhebt sich gemächlich und schaut blinzelnd aus seinem Eingang ins Freie. Scheint dann die Sonne, so zieht er sich gleich wieder in seinen Bau zurück und schläft noch weitere sechs Wochen, denn er weiß, dass der Winter noch so lange dauern wird. Ist es dagegen trüb, so kommt er heraus und beginnt nach den ersten Kräutern zu suchen. Dann ist die kälteste Zeit zu Ende. Da es bei uns schon lange keine wilden Bären mehr gibt, hat der Dachs, ein kleiner Verwandter von ihm, diese Aufgabe übernommen.
Merklich länger sind die Tage seit dem Mittwinterfest geworden, und wir haben schon einen Specht im Wald klopfen gehört, Mücken in der Sonne tanzen sehen, und morgens zwitschern die Vögel wieder. Bald beginnt das närrische Winteraustreiben, und dann leuchten in der Rhön die Hutzelfeuer auf den Hügeln. Es ist eine Zeit des Loslassens von Altem und eine Gelegenheit zur Reinigung, mit welcher der Neubeginn anfängt. Das Fest kennzeichnet den Übergang vom tiefsten Winter zum Frühlingsbeginn.
22.12.14
Wintersonnenwende
Das Mittwinterfest feiern die Menschen in Mitteleuropa schon viele Tausend Jahre lang, was anhand von steinernen und hölzernen, kreisförmigen Sonnenobservatorien abgelesen werden kann. Vermutlich feierten es unsere Vorfahren bereits, seitdem sie begonnen hatten, sesshaft zu werden, Pflanzen anzubauen und vom Klima abhängig zu sein. Welche Freude, wenn die Zeit der Dunkelheit bald zu Ende geht und in der längsten Nacht das Lichtkind (wieder)geboren wird! Die Sonne steigt erneut auf ihrer Bahn und nimmt Tag für Tag an Kraft zu. Doch bevor es wieder wärmer wird, übernehmen Väterchen Frost und die Winterriesen die Herrschaft, und es wird noch mal richtig kalt.
Der „Grüne Mann“, der Herr der Wälder und der grünen Pflanzen hat sich mit seiner Kraft in die immergrünen Nadelbäume zurückgezogen. Deshalb tut es gut, sich etwas von diesen Zweigen und Bäumen ins Haus zu holen und aus ihnen Hoffnung auf das nächste Frühjahr zu schöpfen. Und es ist gut, viele Lichter zu entzünden, sowohl äußere als auch innere, um sich an das Licht und die Wärme der Sonne zu erinnern. Innere Lichter leuchten besonders hell, wenn man liebt und anderen eine Freude macht, daher wohl die Tradition des Schenkens.
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