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1.6.16

Mittsommerfest


 

 
Und da ist er bald schon wieder, der längste Tag des Jahres, während ich noch meine, es war erst gestern, als sich der Winter endgültig verabschiedet hat. Dieses Jahr vergeht die Zeit sehr schnell, finde ich.

Jedenfalls gibt es wieder etwas zu feiern, nämlich dass die Sonne den höchsten Punkt auf ihrer Bahn erreicht und der Sommer jetzt endlich anfangen kann. Wieso wird es eigentlich erst richtig warm, wenn die Sonnenbahn schon wieder absteigt? Ich denke, das liegt daran, weil die Sonne die erste Jahreshälfte gebraucht hat, um die winterkalte Nordhälfte der Erdkugel zu erwärmen.  Und ist diese erst einmal aufgeheizt, dann wirkt die Sonnenwärme weiter, auch wenn die Sonnenstrahlung selbst schon wieder etwas abnimmt. Im Winter gibt’s dann das gleiche Spiel, bloß umgekehrt.

Das Gleiche passiert jeden Tag, an dem die Sonne scheint. Nicht mittags um 12 Uhr, sondern am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr ist es am wärmsten.  Und etwas Ähnliches kenne ich von mir selber auch. Im Kopf begreife ich u.U. recht schnell, worum es sich bei meinen Problemen handelt. Aber ehe dieses Begreifen auch den Körper erfasst und etwas spürbar verändert, vergeht manchmal einiges an Zeit. Oder wie der Volksmund weiß: der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach. Es ist halt die Materie der Erde oder die unseres Körpers mit ihrer Schwere und Dichte, welche die erleuchtenden Strahlen der Sonne oder unseres Geistes nur langsam aufnehmen kann.

Wie auch immer, wir laden dich herzlich ein, mit uns zusammen die Hoch-Zeit des Jahres am Samstag, den 25. Juni  zu feiern, mit Feuer, Rauch, Ritualen, Trommeln, Liedern und einem leckeren Büffet, zu dem alle etwas Jahreszeitliches beitragen.

30.7.15

Schnitterzeit

 
 

Glühwürmchennächte...
 
Schwarze Schatten jäh im Grün -
 
Ein Blatt fällt herab
 
 
Plötzliche Erkenntnis: die scheinbar endlose Sommerseligkeit geht doch einmal zuende.
Dazu fällt mir eine Bauernregel für den 26. Juli ein  "Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."

In diesem Jahr tun die Wettermacher aber so, als hätten sie noch nie von dieser Regel gehört, und die dritte Hitzewelle dieses Sommers geht über unser Land hinweg. Das Korn ist geschnitten, und die Strohrollen liegen gleichmäßig verteilt auf den Stoppelfeldern. Das Grün der Bäume wird matt und dunkel, und manchmal schleichen sich schwarze Schatten hinein und machen die Kontraste schärfer. Das Licht der Sonne erscheint goldener, und rote Beeren leuchten im Gezweig. Hier und da färben sich auch schon die Äpfel.

Mitte August ist traditionell die Sammelzeit für Heilkräuter vorbei. Stattdessen gingen die Frauen hinaus und sammelten einen blühenden Strauß aus bestimmten Pflanzen und ließen ihn segnen, damit er sie und ihre Familien über die dunkle Zeit beschützen sollte. Manchmal wurde etwas davon abgebrochen und als Schutz- und Heilräucherung verwendet. Gerade in diesem Jahr haben junge Frauen aus einem Nachbardorf diesen Brauch wieder belebt.

Die erste Ernte wird eingefahren. Was haben wir schon geerntet? Was ist aus unseren Wünschen und Projekten vom Jahresbeginn geworden? 

3.7.12

Ein Treffen


Es war nicht das erste und wird auch hoffentlich nicht das letzte gewesen sein - das Treffen vom "Seelenflug", dem Forum für schamanisch Praktizierende, in diesem Jahr mal wieder bei uns. Es hatten sich zwar kurz vor knapp einige Mitschreiber aus verschiedenen Gründen wieder abgemeldet, aber zum Glück hatte ich einige Menschen von hier, die ich seit Längerem oder Kürzerem mehr oder weniger regelmäßig sehe, auch eingeladen, sodass wir eine richtig schöne Gruppe wurden. Die Forenmitglieder kamen von überall her - die am weitesten fahren mussten von der Ostseeinsel Usedom und aus Ostösterreich.


Es gab kein Programm, alles fand sich wie von selbst. Natürlich gehörte ein Feuer dazu und gemeinsames Trommeln, auch Gesang - für mich hätten es gern mehr Lieder sein dürfen. Wir reinigten uns mit Rauch und riefen die Geister. Wir machten eine Exkursion zu einem nahe liegenden Götterberg, hörten einen Gedichtvortrag, segneten ein Auto, genossen ein erlesenes Räucherritual, grillten, tranken Met und Weihrauchschnaps, und zwischendurch gab es viel Zeit zum Austausch und für spontane Rituale. Zum Schluss war ich "high" und meine Verdauung von den ungewohnten Genüssen hinüber.

18.12.11

Inspiration


Zum Wintersonnenwendabend am 21. haben wir ja zum Trommeln und Feiern eingeladen. Es haben sich auch schon einige Menschen dazu angemeldet. Das mit dem Wetter würde schon irgendwie gut gehen, so hofften wir. Leider sagen die Wetterberichte etwas Anderes voraus, nämlich Regen, Regen, Regen.

In dem Falle hatten wir geplant, in den großen Raum zu gehen, aber gefallen hat uns die Vorstellung überhaupt nicht. Was würde dann aus unserem schönen Feuer werden?

Für meinen Ritualbeitrag werde ich Räucherwerk brauchen. Heute machte ich mich ans Mischen und dachte dabei an etwas Weihnachtliches. In einer großen Schüssel mischte ich Lavendel und Rosmarin, Nelken, Piment, Chilis und viele Orangenschalen. Des weiteren kommen noch Rosen- und Holunderblüten, Zimt, Weihrauch und heimische Harze hinein und was mir sonst so im Gewürzschrank und in der Räucherkiste begegnet. Und während ich so ganz selbstvergessen am Mischen und glücklich am Schnuppern bin, da fällt mir ganz plötzlich ein: wir haben ja auch noch eine große überdachteTerrasse! Die liegt vor der Wohnung meiner Mum, und im Winter benutzen wir sie fast nie.

Dort steht auch eine Feuerschale, sodass wir auf kein Fall aufs Feuer verzichten müssen! Was ist mir ein Stein vom Herzen gefallen!