2.8.16
Schnitterzeit - Ferienzeit
Selig hingegeben an Sommer, Sonne und Meer auf dem Peloponnes, drei Wochen lang jeden Morgen bei Sonnenschein aufstehen und im Meer baden, dabei "ist das schön!" ausrufend, jeden Abend der Sonne dabei zuschauen, wie sie im Meer versinkt, nichts weiter wollend, nichts brauchend, nichts müssend...
1.6.16
Mittsommerfest
Jedenfalls gibt es wieder etwas zu feiern, nämlich
dass die Sonne den höchsten Punkt auf ihrer Bahn erreicht und der Sommer jetzt
endlich anfangen kann. Wieso wird es eigentlich erst richtig warm, wenn die
Sonnenbahn schon wieder absteigt? Ich denke, das liegt daran, weil die Sonne
die erste Jahreshälfte gebraucht hat, um die winterkalte Nordhälfte der
Erdkugel zu erwärmen. Und ist diese erst einmal aufgeheizt, dann wirkt
die Sonnenwärme weiter, auch wenn die Sonnenstrahlung selbst schon wieder etwas
abnimmt. Im Winter gibt’s dann das gleiche Spiel, bloß umgekehrt.
Das Gleiche passiert jeden Tag, an dem die Sonne scheint.
Nicht mittags um 12 Uhr, sondern am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr ist es am
wärmsten. Und etwas Ähnliches kenne ich von mir selber auch. Im Kopf
begreife ich u.U. recht schnell, worum es sich bei meinen Problemen handelt.
Aber ehe dieses Begreifen auch den Körper erfasst und etwas spürbar verändert, vergeht
manchmal einiges an Zeit. Oder wie der Volksmund weiß: der Geist ist willig,
das Fleisch ist schwach. Es ist halt die Materie der Erde oder die unseres
Körpers mit ihrer Schwere und Dichte, welche die erleuchtenden Strahlen der
Sonne oder unseres Geistes nur langsam aufnehmen kann.
Wie auch immer, wir laden dich herzlich ein, mit uns zusammen die Hoch-Zeit
des Jahres am Samstag, den 25. Juni zu feiern, mit Feuer, Rauch,
Ritualen, Trommeln, Liedern und einem leckeren Büffet, zu dem alle etwas
Jahreszeitliches beitragen.
20.4.16
Maifest
Der Wald steht voller Buschwindröschen, Duftveilchen, Huflattichblüten und Schlüsselblumen, und in unseren Garten sind die Schwalben zurückgekehrt. Und wie über Nacht sind die Bäume auf dem Hungerwald hinterm Haus ausgeschlagen.
Alles Leben in der Natur drängt mit Macht hervor und zeigt sich wieder, und wir zeigen uns auch und holen die bunteren und leichteren Kleider aus dem Schrank. Der Frühling ist endlich da, was für ein tolles Lebensgefühl!
Die Farben des Festes sind das Grün des Grünen Mannes als Hüter der Vegetation und das Rot des Kleides der Maigöttin für die Lebensfreude und die Fruchtbarkeit.
Wir feiern dieses Jahr ganz traditionell am 30. April in den Mai. Beginn des Festes ist wie immer 18 Uhr, und auch deine Kinder und Freunde sind herzlich eingeladen.
Außerdem braucht jeder ein ca. 7 Meter langes, buntes Band (Geschenkband oder dicke Wolle) für den Maitanz.
10.3.16
Frühlingsfest am Ostara-Feuer
Ja, ist
das nun noch der Winter oder doch schon der Vorfrühling? Die Nächte
sind zwar noch eisig, aber am Tag ist der Himmel oft blau, die Sonne
scheint und schmilzt den nächtlichen Reif und die letzten weißen
Schneereste hinfort. Frühling scheint in der Luft zu liegen, und wir
können es wie jedes Jahr kaum erwarten, dass er endlich kommt und die
Sonne wieder richtig wärmt.
Zum Frühlingsanfang am 20. März sind die Tage und die Nächte wieder
gleich lang, und es herrscht allerorten Aufbruchsstimmung. Das betrifft
sowohl die Knospen der Bäume als auch viele Frühlingsblumen, und auch
die Tierwelt kommt in Stimmung, nämlich um sich fortzupflanzen. Ein
munteres Treiben beginnt im wahrsten Wortsinne. Ostern wird gefeiert mit
dem Symbol des fruchtbaren Hasen und dem ursprünglichen
Fruchtbarkeitssymbol, dem Ei, anfangs nur in Rot gefärbt als Farbe der –
na was wohl? Natürlich der Fruchtbarkeit und des Lebens.
Und was fangen wir selber an inmitten von so viel aufbrechender
Fruchtbarkeit? Wir bekommen ja nicht jedes Frühjahr ein oder sogar
mehrere Nachkommen. Wer einen Garten sein eigen nennt, der ist gut
dran. „Im Märzen der Bauer…“ es wird gegraben, gehackt, gerecht,
gesät und gepflanzt. Wusstet ihr, dass sich in England vor Zeiten die
Bauern mit dem nackten Bobbes auf die Äcker setzten und die Wärme des
Bodens prüften, bevor sie ihn bearbeiteten? Vielleicht auch ein Ausdruck
übermütiger Frühlingsgefühle, besonders dann, wenn auch die Bäuerin in
der Nähe war.
Wir jedenfalls wollen mit euch trommeln, unsere Anliegen in ein
Gleichgewicht bringen, herausfinden, was wir mit der zusätzlichen Kraft
des Aufbruchs in unserem Leben bewirken, und was wir in die Welt bringen
können.
2.2.16
Lichtmess
Trotzdem singen die Vögel wieder, die Zaubernuss blüht, und wir wünschen euch ein fröhliches Lichtmessfest und eine närrische Zeit! Der Wassermann regiert, der „Clown“ des Tierkreises, und stellt alles auf den Kopf. Er zieht seinen bunten Harlekins Anzug über und bricht mit Leichtigkeit das Wintereis und andere verkrustete Strukturen mit seiner guten Laune und seiner tiefen Menschenfreundlichkeit.
Kehrt den letzten Weihnachtsschmuck und alles Überflüssige hinaus, schafft Platz für das Neue! Geht zu euren Lieblingsbäumen und singt ihnen ein Lied, denn die Säfte beginnen zu steigen, und ihr könnt dabei helfen. Dann steigen sie auch in euch wieder.
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15.12.15
Jul
Der Kreis schließt sich: in der längsten Nacht der Nächte, in der Mutternacht - unsere Altvorderen nannten sie "Nott" und betrachteten sie als Göttin und Göttermutter - wird ein Kind geboren, das Neue Licht. Es ist die Hoffnung auf ein weiteres fruchtbares Jahr, auf das Leben selber, welches immer weiter fortschreitet, während die Alten wegsterben und die Neuen hineingeboren werden.
2.11.15
Ende und Anfang - die Ahnenzeit
Noch ist der Herbst golden, doch das wird sich bald ändern. Der erste richtige Frost holt die Blätter von den Bäumen und Sträuchern, bis diese nur noch als kahle Gerippe dastehen. Alles Leben scheint sich in die Unterwelt zurückzuziehen.
Weiße Nebel verhüllen die Sicht, manches lässt sich darin nur noch erahnen. Die Schleier zwischen den Welten werden durchsichtiger. Das ist die Zeit, in der diejenigen spürbar werden, die vor uns über die Erde wanderten. Unsere Vorfahren, die Ahnen, winken von der anderen Seite und wollen teilhaben am Leben ihrer Nachfahren. Wir laden sie ein, indem wir für sie Lichter in ausgehöhlten Rüben, Kürbissen, in Laternen und als Adventskerzen anzünden und ihnen vielleicht die eine oder andere Speise hinstellen.
Und wieso Anfang? In manchen vergangenen Kulturen begann das neue Jahr zu dieser Zeit, so wie die Alten den neuen Tag auch am Abend begannen. Das ist ein ganz anderes Denken und Empfinden. Das Neue abends oder zum Jahresausklang zu beginnen, bedeutet, der Seele Raum zu geben, die Veränderungen zu erspüren, bevor der Körper beginnt, die neuen Impulse in die Tat umzusetzen.
6.9.15
Herbstbeginn - die Suche nach Balance
Der September schafft einen Übergang von der warmen zur kalten Jahreszeit, indem er uns noch einige sommerliche Tage schenkt, die Nächte sind aber schon empfindlich kühl. Je größer die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind, desto prächtiger und "feuriger" erscheint später das Herbstlaub. Aus diesen Extremen, Wärme und Kälte, Tag und Nacht heraus, suchen die Kräfte der Herbsttag- und Nachtgleiche wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Und das sieht letztendlich so aus, dass sich zu den kalten Nächten dann auch die kalten Tage gesellen, weil die Bahn der Sonne unaufhaltsam immer flacher und kürzer wird (bzw. weil unsere Heimatregion auf der der Erde sich immer weiter von der Sonne wegdreht).
So weit, so gut. Und was erleben wir in dieser Zeit? Wir suchen auch das Gleichgewicht der Kräfte. Aus dem lichten, warmen Sommer kommend müssen wir hinein in die Dunkelheit und Kälte der zweiten Jahreshälfte und brauchen dafür Mut und Entschlossenheit sowie die Hilfe unserer Mitmenschen. Abschied und Tod sind ein Thema in dieser Zeit, als auch Dankbarkeit für die Fülle der Gaben des Sommers - Erntedank. Ein Spagat im Denken und Fühlen. Der Abschied stimmt traurig, und die Dankbarkeit stimmt froh und öffnet das Herz und die Hoffnung auf ein Weiterleben. Dies beides gleichermaßen zuzulassen, es gar zu integrieren schafft ein Gleichgewicht im Sein.
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30.7.15
Schnitterzeit
Glühwürmchennächte...
Schwarze Schatten jäh im Grün -
Ein Blatt fällt herab
Plötzliche Erkenntnis: die scheinbar endlose Sommerseligkeit geht doch einmal zuende.
Dazu fällt mir eine Bauernregel für den 26. Juli ein "Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."
In diesem Jahr tun die Wettermacher aber so, als hätten sie noch nie von dieser Regel gehört, und die dritte Hitzewelle dieses Sommers geht über unser Land hinweg. Das Korn ist geschnitten, und die Strohrollen liegen gleichmäßig verteilt auf den Stoppelfeldern. Das Grün der Bäume wird matt und dunkel, und manchmal schleichen sich schwarze Schatten hinein und machen die Kontraste schärfer. Das Licht der Sonne erscheint goldener, und rote Beeren leuchten im Gezweig. Hier und da färben sich auch schon die Äpfel.
Mitte August ist traditionell die Sammelzeit für Heilkräuter vorbei. Stattdessen gingen die Frauen hinaus und sammelten einen blühenden Strauß aus bestimmten Pflanzen und ließen ihn segnen, damit er sie und ihre Familien über die dunkle Zeit beschützen sollte. Manchmal wurde etwas davon abgebrochen und als Schutz- und Heilräucherung verwendet. Gerade in diesem Jahr haben junge Frauen aus einem Nachbardorf diesen Brauch wieder belebt.
Die erste Ernte wird eingefahren. Was haben wir schon geerntet? Was ist aus unseren Wünschen und Projekten vom Jahresbeginn geworden?
Dazu fällt mir eine Bauernregel für den 26. Juli ein "Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei."
In diesem Jahr tun die Wettermacher aber so, als hätten sie noch nie von dieser Regel gehört, und die dritte Hitzewelle dieses Sommers geht über unser Land hinweg. Das Korn ist geschnitten, und die Strohrollen liegen gleichmäßig verteilt auf den Stoppelfeldern. Das Grün der Bäume wird matt und dunkel, und manchmal schleichen sich schwarze Schatten hinein und machen die Kontraste schärfer. Das Licht der Sonne erscheint goldener, und rote Beeren leuchten im Gezweig. Hier und da färben sich auch schon die Äpfel.
Mitte August ist traditionell die Sammelzeit für Heilkräuter vorbei. Stattdessen gingen die Frauen hinaus und sammelten einen blühenden Strauß aus bestimmten Pflanzen und ließen ihn segnen, damit er sie und ihre Familien über die dunkle Zeit beschützen sollte. Manchmal wurde etwas davon abgebrochen und als Schutz- und Heilräucherung verwendet. Gerade in diesem Jahr haben junge Frauen aus einem Nachbardorf diesen Brauch wieder belebt.
Die erste Ernte wird eingefahren. Was haben wir schon geerntet? Was ist aus unseren Wünschen und Projekten vom Jahresbeginn geworden?
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19.6.15
Mittsommer
Fülle - Freude -
Feenzauber
Die Meteorologen machen es sich einfach. Seit einigen Jahren setzen
sie den Beginn der Jahreszeiten einfach auf den ersten des jeweiligen Monats.
So gesehen hat der Sommer also schon begonnen. So einige schöne Sommertage
hatten wir ja auch im April, Mai und Juni.
Ihren höchsten Stand am Himmel erreicht die Sonne aber erst am 21.
Juni. In diesem Jahr will ich bewusst nicht dran denken, was danach geschieht,
sondern den Sommer mit allen Sinnen genießen als ob’s kein Morgen gäbe. Jetzt ist die Zeit, in der die schönsten
Blumen blühen und duften, die Beeren sind reif, die Welt ist grün und bunt. Wer
will, bindet sich einen Blüten- oder Eichenlaubkranz und setzt ihn auf. Es ist warm, die jungen
Vögel machen ihre ersten Flugübungen, und im Wald spielen die kleinen Füchse -
so könnte es immer bleiben.„Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ heißt es in einem alten Lied, und genau das tun wir, wenn wir rausgehen ins Freibad oder an den Baggersee, in den Park oder auf die Wiese, Picknicken im Grünen, Gartenfeste feiern und Freiluftveranstaltungen besuchen.
Und der Zauber? Ja, in den kurzen Nächten, wenn es still ist, lassen sich
manchmal die kleinen Leute blicken, Gnome und Elfen bei ihren Festen. Aber um die sehen zu können, muss man Farnsamen in den Schuhen tragen und unter einem blühenden Hollerbusch
sitzen.
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30.4.15
Maifest
Der Frühling ist da! Zu keiner anderen Zeit des Jahres sind unsere Lebenskräfte so sehr nach außen gerichtet, sind wir so sehr mit der Welt, mit der Natur und mit unseren Mitmenschen verbunden, wie jetzt im Frühling. Wir öffnen die Fenster unserer Häuser und lassen die frische Luft herein, und wir öffnen auch unsere Herzenstüren und lassen Licht und Liebe herein. Es zieht uns nach draußen, egal ob in den Garten, in Wald und Wiese oder ins Straßencafé. Die Welt wird wieder bunt, auch wir tragen bunte Kleidung, und die Frühlingsgöttin hat ihr rotes Kleid angezogen. In dieser Zeit findet die Lebenslust ihren stärksten Ausdruck.
Der Grüne Mann, der Gehörnte des Waldes, zeigt sich auch wieder in seiner jugendlichen Kraft, wir sind eingeladen ein Freudenfest mit allen zu feiern und laden dich zum Fest der Lebendigkeit ein! Die Farben des Festes sind das Grün für die junge Vegetation und das Rot für die Lebensfreude und die Fruchtbarkeit. Es wird getrommelt, gesungen und getanzt, wir feiern Rituale und Zeremonien, und zum Schluss werden wir gemeinsam am Buffet genießen, was zusammengetragen wurde.
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21.3.15
Frühlingsfest
So wie der Bär in dieser Zeit seine Entschlackungs- und Verjüngungskräuter sucht, machen wir es auch. Die Bahn der Sonne steigt täglich höher, und jetzt sind Tag und Nacht wieder gleich lang. Irgendwann streift der Bär seinen Pelz ab und zeigt sich uns als das, was er ist: der goldene Sonnenprinz! Er nimmt immer mehr an Kraft zu und mit ihm unsere Freude über die Wärme, das Grün und das Blühen. Schneeweißchen in ihrem weißen Kleid, die Frühlingsgöttin, gesellt sich dazu als seine Braut und schüttet aus ihrem Füllhorn die ersten grünen Triebe und gelbe und weiße Blüten.
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2.2.15
Lichtmess
Um die Lichtmesszeit wird der Bär in seiner unterirdischen Höhle unruhig und erwacht aus seiner Winterruhe. Er erhebt sich gemächlich und schaut blinzelnd aus seinem Eingang ins Freie. Scheint dann die Sonne, so zieht er sich gleich wieder in seinen Bau zurück und schläft noch weitere sechs Wochen, denn er weiß, dass der Winter noch so lange dauern wird. Ist es dagegen trüb, so kommt er heraus und beginnt nach den ersten Kräutern zu suchen. Dann ist die kälteste Zeit zu Ende. Da es bei uns schon lange keine wilden Bären mehr gibt, hat der Dachs, ein kleiner Verwandter von ihm, diese Aufgabe übernommen.
Merklich länger sind die Tage seit dem Mittwinterfest geworden, und wir haben schon einen Specht im Wald klopfen gehört, Mücken in der Sonne tanzen sehen, und morgens zwitschern die Vögel wieder. Bald beginnt das närrische Winteraustreiben, und dann leuchten in der Rhön die Hutzelfeuer auf den Hügeln. Es ist eine Zeit des Loslassens von Altem und eine Gelegenheit zur Reinigung, mit welcher der Neubeginn anfängt. Das Fest kennzeichnet den Übergang vom tiefsten Winter zum Frühlingsbeginn.
22.12.14
Wintersonnenwende
Das Mittwinterfest feiern die Menschen in Mitteleuropa schon viele Tausend Jahre lang, was anhand von steinernen und hölzernen, kreisförmigen Sonnenobservatorien abgelesen werden kann. Vermutlich feierten es unsere Vorfahren bereits, seitdem sie begonnen hatten, sesshaft zu werden, Pflanzen anzubauen und vom Klima abhängig zu sein. Welche Freude, wenn die Zeit der Dunkelheit bald zu Ende geht und in der längsten Nacht das Lichtkind (wieder)geboren wird! Die Sonne steigt erneut auf ihrer Bahn und nimmt Tag für Tag an Kraft zu. Doch bevor es wieder wärmer wird, übernehmen Väterchen Frost und die Winterriesen die Herrschaft, und es wird noch mal richtig kalt.
Der „Grüne Mann“, der Herr der Wälder und der grünen Pflanzen hat sich mit seiner Kraft in die immergrünen Nadelbäume zurückgezogen. Deshalb tut es gut, sich etwas von diesen Zweigen und Bäumen ins Haus zu holen und aus ihnen Hoffnung auf das nächste Frühjahr zu schöpfen. Und es ist gut, viele Lichter zu entzünden, sowohl äußere als auch innere, um sich an das Licht und die Wärme der Sonne zu erinnern. Innere Lichter leuchten besonders hell, wenn man liebt und anderen eine Freude macht, daher wohl die Tradition des Schenkens.
1.11.14
Das Ahnenfest
November ist Ahnenzeit. Pflanzen und Bäume ziehen ihre Lebenssäfte in die Wurzeln zurück und lassen sie den Winter über tief in der Erde zur Ruhe kommen. Die Blätter welken, werden zuerst gelb, manche rot und dann braun, bis sie sich schließlich ganz lösen und zu Boden fallen. Nur was verholzt ist, bleibt stehen. Oberhalb der Erde sieht es nach dem ersten Frost so aus, als ob die Vegetation gestorben wäre. Die verwelkten Pflanzenteile und Blätter bilden einen Teppich, der die Erde zudeckt und vor der Kälte schützt. Die Tage werden weiterhin kürzer, und Nebel lässt die Konturen verschwinden. Die Vögel singen nicht mehr, und viele Tiere haben sich verkrochen, um Winterruhe zu halten.
Wir tun es ihnen gleich, ziehen uns in die Häuser zurück, und beschäftigen uns mehr und mehr mit innerlichen Angelegenheiten. Es ist eine gute Zeit, um sich an seine Wurzeln zu erinnern und derer zu gedenken, die vor uns da waren und denen wir unser Dasein auf der Erde zu verdanken haben. Man sagt, die Schleier zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten werden jetzt dünner, und Kontakte sind leichter möglich. Es tut gut, sich mit den Ahnen zu verbinden. Und wer sich ihnen mit Dank aber auch mit Bitten zuwendet, kann die Erfahrung machen, dass sie uns generell freundlich gesonnen sind und gerne helfen.
10.8.13
Schnitterzeit und unsere Nord-Ost-Reise

An den Straßenrändern in Thüringen wuchsen die Kirschbäume wie bei uns die Apfelbäume, und sie waren gerade reif, was für ein Fest!
In Niederdorla sahen wir rekonstruierte, Germanische Opferplätze. Dieses war ein Schiffsplatz mit Tierschädel. Vermutlich wurde um sichere Heimkehr der Seefahrer gebetet.
An diesem Platz steckte einfach ein Kreis von Stangen in der Wiese. Trotzdem war die Atmosphäre hier irgendwie besonders.
Mein Geburtstagsfeuer, späteres Grillfeuer und gleichzeitig ein Gruß an den Feuergeist.
Licht am Ende des Tunnels...
Saba hatte einen Spielkameraden gefunden.
Die Abensonne über einem Getreidefeld
Das rekonstruierte Sonnenobservatorium in Goseck, das ursprünglich hier vor ca. 7000 Jahren stand und für ein paar Jahrhunderte genutzt wurde. Mit seinen Öffnungen zum Sonnenauf- und Untergang spezieller Zeiten im Jahr lässt es vermuten, dass die Menschen hier schon damals die Jahresfeste feierten.
Der rote Mohn ist ein schöner Schmuck am Feldrand. Leider sieht man die blauen Kornblumen nur noch selten.
Der Jahreszeitentisch für die Enkel mit einem goldenen Kornfeld.
Die Korngöttin begleitete uns durch das Fest.
Die Trommeln werden vor dem Fest für einen besseren Klang noch einmal in der Abendsonne angewärmt
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Tiere
20.4.13
Der neunte Tag - und das grüne Band
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| Blick nach Thüringen über die ehemalige Grenze |
Wieder ein kalter Tag, zwar keine Minusgrade, aber der Wind blies dort oben fast so scharf wie am Anfang. Ich kam an die Thüringische Grenze - hier das "grüne Band Deutschlands" genannt - weil man die Gegend mehr oder weniger sich selbst überlässt.
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| Was für eine endlose Tristesse... |
Eine Weile lief ich auf dem alten Plattenweg an der Deutsch-Deutschen Grenze aus DDR-Tagen. Und während ich so sinnierte, ob man hier wohl Wölfe ansiedeln könnte, und dabei versuchte, ein altes, lange vergessenes Lied zu erinnern und zu singen: "August, der Schäfer hat Wölfe gehört, Wölfe mitten im Mai...", flogen zwei Schwarzstörche ganz in der Nähe auf, so schön und majestätisch.
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| ...ansonsten sind die Thüringer mit Bänken eher sparsam |
Dann gings den Horbel rauf, immer rauf und runter durch Buchenwälder um den Horbel rum und zum Schluss zwei gefühlt endlose Kilometer auf einer steilen Asphaltstraße vom Berg runter ins Dörfchen, um mich abholen zu lassen.
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| Wachturm |
18.4.13
Hollekäfer
Heute beim Hollestein: der Winter war fort, und grad als ich mich mit einem Kuss vom Stein verabschieden wollte, da sah ich den Kleinen, einen veritablen Siebenpunkt. Ich hatte mit bloßen Händen Blätter und Erde aus der Vertiefung des Steins gekratzt und den Käfer wohl dabei aus seinem Winterquartier aufgescheucht - ein Gruß?
17.4.13
Der achte Tag - und der Frühling duftet!
Heute endlich Veilchen. In einem Vorgarten zwar nur, aber geduftet haben sie genauso himmlisch. Und später sah ich tatsächlich noch zwei wilde Blütchen, die sich auf einem Grasweg in eine Mulde duckten. Überhaupt ist der Frühling jetzt nicht nur zu sehen und zu hören, sondern auch zu riechen. Und immer mal wieder Bärlauchduft - kann aber sein, dass es mein Atem war, denn ich hatte zum Frühstück schon welchen gegessen. Eine erste Pestwurzblüte an einem Bach sah ich auch - in Rot.
Das erste Mal kurze Ärmel! So viele erste Male, deshalb nennen die Italiener ihren Frühlig auch Primavera. Von oben betrachtet sind die jungen Getreidefelder echt Smaragdgrün, und ich singe das Lied vom lieben Mai, der endlich auch die Bäume wieder grün machen soll.
Am Anfang so eines Wandertages tun meistens die Beine, Kniee und Füße etwas weh und sind noch steif. Das lässt aber irgendwann nach - bis gegen Ende der Tagesstrecke, dann tut wieder alles weh, und ich werde etwas unleidlich. Aber wer weiß, wie lange ich so etwas überhaupt noch machen kann.
14.4.13
Der siebte Tag - und ein Hunde"schlitten"
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| Rückenlehne einer Hochrhöner-Bank |
Sonntag. Als erstes begegnete mir ein Gefährt aus Metallrohren auf Rädern, das von zehn Hunden gezogen wurde. Der Mann bog zwar vom Weg ab und fuhr über die Wiese, aber die Hunde blieben trotzdem stehen und guckten nach Saba, die außerdem auch noch läufig ist. Mit einiger Mühe und der Hilfe seines kleinen Sohnes kriegte er sein Gespann aber wieder in die Spur. Gewundert habe ich mich darüber, dass die Hunde kaum größer oder kräftiger aussahen als Saba, also eher schmal und zierlich.
Habe an verschiedenen Stellen frisches, glänzendes Sternmoos gesehen und einmal einen Zitronenfalter. Ein oranger Schmetterling, flog zu schnell vorbei, als dass ich ihn hätte erkennen können. Ich sah Buschwindröschen, Huflattich und Schlüsselblumen und hörte ein Vogelkonzert mit Specht-Percussion. Ein paar winzige Schneeflecken gab es nur noch, dafür war der Boden feucht und aufgeweicht.
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| Unten liegt Habel |
Der Habelstein! Hoch aufragende Basaltene Vulkanschlote und tiefe Schluchten am Hang des Habelberges, ein gewaltiger Ort. Ein bisschen wurden mir die Kniee weich, so steil und tief ging es da hinunter. Hab auch den Habelmann getroffen, eine Gestalt aus schwarzem Basalt, drei bis vier Meter groß und erstaunlich behende. Und viele kleine Steinwesen wuselten da herum. Ich fand das im ersten Moment seltsam, wie lebendig Steine sind.
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