1.6.16

Mittsommerfest


 

 
Und da ist er bald schon wieder, der längste Tag des Jahres, während ich noch meine, es war erst gestern, als sich der Winter endgültig verabschiedet hat. Dieses Jahr vergeht die Zeit sehr schnell, finde ich.

Jedenfalls gibt es wieder etwas zu feiern, nämlich dass die Sonne den höchsten Punkt auf ihrer Bahn erreicht und der Sommer jetzt endlich anfangen kann. Wieso wird es eigentlich erst richtig warm, wenn die Sonnenbahn schon wieder absteigt? Ich denke, das liegt daran, weil die Sonne die erste Jahreshälfte gebraucht hat, um die winterkalte Nordhälfte der Erdkugel zu erwärmen.  Und ist diese erst einmal aufgeheizt, dann wirkt die Sonnenwärme weiter, auch wenn die Sonnenstrahlung selbst schon wieder etwas abnimmt. Im Winter gibt’s dann das gleiche Spiel, bloß umgekehrt.

Das Gleiche passiert jeden Tag, an dem die Sonne scheint. Nicht mittags um 12 Uhr, sondern am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr ist es am wärmsten.  Und etwas Ähnliches kenne ich von mir selber auch. Im Kopf begreife ich u.U. recht schnell, worum es sich bei meinen Problemen handelt. Aber ehe dieses Begreifen auch den Körper erfasst und etwas spürbar verändert, vergeht manchmal einiges an Zeit. Oder wie der Volksmund weiß: der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach. Es ist halt die Materie der Erde oder die unseres Körpers mit ihrer Schwere und Dichte, welche die erleuchtenden Strahlen der Sonne oder unseres Geistes nur langsam aufnehmen kann.

Wie auch immer, wir laden dich herzlich ein, mit uns zusammen die Hoch-Zeit des Jahres am Samstag, den 25. Juni  zu feiern, mit Feuer, Rauch, Ritualen, Trommeln, Liedern und einem leckeren Büffet, zu dem alle etwas Jahreszeitliches beitragen.

20.4.16

Maifest



Der Wald steht voller Buschwindröschen, Duftveilchen, Huflattichblüten und Schlüsselblumen, und in unseren Garten sind die Schwalben zurückgekehrt. Und wie über Nacht sind die Bäume auf dem Hungerwald hinterm Haus ausgeschlagen.

Alles Leben in der Natur drängt mit Macht hervor und zeigt sich wieder, und wir zeigen uns auch und holen die bunteren und leichteren Kleider aus dem Schrank. Der Frühling ist endlich da, was für ein tolles Lebensgefühl!
 
Die Farben des Festes sind das Grün des Grünen Mannes als Hüter der Vegetation und das Rot des Kleides der Maigöttin für die Lebensfreude und die Fruchtbarkeit.
 
Wir feiern dieses Jahr ganz traditionell am 30. April in den Mai. Beginn des Festes ist wie immer 18 Uhr, und auch deine Kinder und Freunde sind herzlich eingeladen.
 
Bitte sei pünktlich! Bring deine Trommel und Rassel, wenn du hast (können auch kostenfrei ausgeliehen werden), und einen Speisenbeitrag zum Maibuffet, sowie eigenes Geschirr und Besteck.
Außerdem braucht jeder ein ca. 7 Meter langes, buntes Band (Geschenkband oder dicke Wolle) für den Maitanz.



10.3.16

Frühlingsfest am Ostara-Feuer




 
Ja, ist das nun noch der Winter oder doch schon der Vorfrühling? Die Nächte sind zwar noch eisig, aber am Tag ist der Himmel oft blau, die Sonne scheint und schmilzt den nächtlichen Reif und die letzten weißen Schneereste hinfort. Frühling scheint in der Luft zu liegen, und wir können es wie jedes Jahr kaum erwarten, dass er endlich kommt und die Sonne wieder richtig wärmt.
Zum Frühlingsanfang am 20. März sind die Tage und die Nächte wieder gleich lang, und es herrscht allerorten Aufbruchsstimmung. Das betrifft sowohl die Knospen der Bäume als auch viele Frühlingsblumen, und auch die Tierwelt kommt in Stimmung, nämlich um sich fortzupflanzen. Ein munteres Treiben beginnt im wahrsten Wortsinne. Ostern wird gefeiert mit dem Symbol des fruchtbaren Hasen und dem ursprünglichen Fruchtbarkeitssymbol, dem Ei, anfangs nur in Rot gefärbt als Farbe der – na was wohl? Natürlich der Fruchtbarkeit und des Lebens.
Und was fangen wir selber an inmitten von so viel aufbrechender Fruchtbarkeit? Wir bekommen ja nicht jedes Frühjahr ein oder sogar mehrere Nachkommen.  Wer einen Garten sein eigen nennt, der ist gut dran. „Im Märzen der Bauer…“    es wird gegraben, gehackt, gerecht, gesät und gepflanzt. Wusstet ihr, dass sich in England vor Zeiten die Bauern mit dem nackten Bobbes auf die Äcker setzten und die Wärme des Bodens prüften, bevor sie ihn bearbeiteten? Vielleicht auch ein Ausdruck übermütiger Frühlingsgefühle, besonders dann, wenn auch die Bäuerin in der Nähe war.

Wir jedenfalls wollen mit euch trommeln, unsere Anliegen in ein Gleichgewicht bringen, herausfinden, was wir mit der zusätzlichen Kraft des Aufbruchs in unserem Leben bewirken, und was wir in die Welt bringen können.

 

2.2.16

Lichtmess



Kommen die Winterriesen nun noch mal mit Schnee und Eis übers Land gepoltert, oder fängt bald der Vorfrühling an? Achten wir doch auf das Wetter am Lichtmesstag (2. Februar). Ihr wisst ja, kommt dann der Dachs aus seiner Höhle und sieht seinen Schatten, hält sich der Winter noch sechs Wochen lang.

Trotzdem singen die Vögel wieder, die Zaubernuss blüht, und wir wünschen euch ein fröhliches Lichtmessfest und eine närrische Zeit! Der Wassermann regiert, der „Clown“ des Tierkreises, und stellt alles auf den Kopf. Er zieht seinen bunten Harlekins Anzug über und bricht mit Leichtigkeit das Wintereis und andere verkrustete Strukturen mit seiner guten Laune und seiner tiefen Menschenfreundlichkeit.

Kehrt den letzten Weihnachtsschmuck  und alles Überflüssige hinaus, schafft Platz für das Neue! Geht zu euren Lieblingsbäumen und singt ihnen ein Lied, denn die Säfte beginnen zu steigen, und ihr könnt dabei helfen. Dann steigen sie auch in euch wieder.

15.12.15

Jul




Der Kreis schließt sich: in der längsten Nacht der Nächte, in der Mutternacht - unsere Altvorderen nannten sie "Nott" und betrachteten sie als Göttin und Göttermutter - wird ein Kind geboren, das Neue Licht. Es ist die Hoffnung auf ein weiteres fruchtbares Jahr, auf das Leben selber, welches immer weiter fortschreitet, während die Alten wegsterben und die Neuen hineingeboren werden.

2.11.15

Ende und Anfang - die Ahnenzeit


   Noch ist der Herbst golden, doch das wird sich bald ändern. Der erste richtige Frost holt die Blätter von den Bäumen und Sträuchern, bis diese nur noch als kahle Gerippe dastehen. Alles Leben scheint sich in die Unterwelt zurückzuziehen.
   Weiße Nebel verhüllen die Sicht, manches lässt sich darin nur noch erahnen. Die Schleier zwischen den Welten werden durchsichtiger. Das ist die Zeit, in der diejenigen spürbar werden, die vor uns über die Erde wanderten. Unsere Vorfahren, die Ahnen, winken von der anderen Seite und wollen teilhaben am Leben ihrer Nachfahren. Wir laden sie ein, indem wir für sie Lichter in ausgehöhlten Rüben, Kürbissen, in Laternen und als Adventskerzen anzünden und ihnen vielleicht die eine oder andere Speise hinstellen.
   Und wieso Anfang? In manchen vergangenen Kulturen begann das neue Jahr zu dieser Zeit, so wie die Alten den neuen Tag auch am Abend begannen. Das ist ein ganz anderes Denken und Empfinden. Das Neue abends oder zum Jahresausklang zu beginnen, bedeutet, der Seele Raum zu geben, die Veränderungen zu erspüren, bevor der Körper beginnt, die neuen Impulse in die Tat umzusetzen.

6.9.15

Herbstbeginn - die Suche nach Balance



Der September schafft einen Übergang von der warmen zur kalten Jahreszeit, indem er uns noch einige sommerliche Tage schenkt, die Nächte sind aber schon empfindlich kühl. Je größer die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind, desto prächtiger und "feuriger" erscheint später das Herbstlaub. Aus diesen Extremen, Wärme und Kälte, Tag und Nacht heraus, suchen die Kräfte der Herbsttag- und Nachtgleiche wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Und das sieht letztendlich so aus, dass sich zu den kalten Nächten dann auch die kalten Tage gesellen, weil die Bahn der Sonne unaufhaltsam immer flacher und kürzer wird (bzw. weil unsere Heimatregion auf der der Erde sich immer weiter von der Sonne wegdreht).

So weit, so gut. Und was erleben wir in dieser Zeit? Wir suchen  auch das Gleichgewicht der Kräfte. Aus dem lichten, warmen Sommer kommend müssen wir hinein in die Dunkelheit und Kälte der zweiten Jahreshälfte und brauchen dafür Mut und Entschlossenheit sowie die Hilfe unserer Mitmenschen. Abschied und Tod sind ein Thema in dieser Zeit, als auch Dankbarkeit für die Fülle der Gaben des Sommers - Erntedank. Ein Spagat im Denken und Fühlen. Der Abschied stimmt traurig, und die Dankbarkeit stimmt froh und öffnet das Herz und die Hoffnung auf ein Weiterleben. Dies beides gleichermaßen zuzulassen, es gar zu integrieren schafft ein Gleichgewicht im Sein.