2.4.13

Medicine Walk


Halb freu ich mich, halb fürcht ich mich...

Der Winter geht in diesem Jahr gar nicht zu Ende. Fünf Wochen krank gewesen und kein Mal vor die Tür gegangen. Dabei gefühlte 10 Kilo zugenommen bei gleichzeitigem totalen Muskelschwund. Irgendwann eine schon fast schmerzhafte Sehnsucht nach Bewegung (und natürlich nach endlich Frühling!) entwickelt. Und dann erzählt eine Freundin von einem Rundwanderweg in der Nähe und ihrer Lust, darauf zu wandern (danke Anja!), und ich weiß sofort, das will ich! Ich mache mich auf die Suche nach dem Frühling und tanke da draußen Kraft und laufe der Krankheit und dem Winter einfach davon.

Vorher mussten noch Ostern und am Ostermontag ein runder Geburtstag (90.) in der Familie gefeiert werden, aber gleich am Tag danach wollte ich los, heute also. Kleinen Rucksack gepackt und ab. Leichte Minustemperaturen und ein schneidender, kalter Wind aus Osten - wahrscheinlich ohne Umwege direkt aus Sibirien - dazu ein wenig Frühlingssonne. Schon nach einer halben Stunde leicht hügelan die erste Teepause, die gefällten Stämme am Wegesrand waren so einladend und der Tee im Thermosbecher noch warm (danke H. für die Idee).

Zweite Teepause

Die Pfützen und Teiche sind noch halb von Eis bedeckt, in schattigen Mulden liegt der letzte Schnee, und kein Blümlein, kein Frühlingskräutlein ließ sich blicken, nicht mal an geschützten Stellen. Ein paarmal habe ich mich verlaufen, weil die Markierungen in den letzten Jahren stark verwittert sind. Nach zweieinhalb Stunden war ich im Nachbardorf, wo man mit dem Auto auf der Kreisstraße innerhalb von fünf Minuten ist. Mir war eisekalt und die Beine und Füße taten mir weh. Da ließ ich mich lieber schon abholen, weil ich ja morgen weiter will. Trotzdem fällt es nicht leicht zu akzeptieren, dass meine Kondition so im Keller ist.

Ausblick auf mein übernächstes Etappenziel

27.1.13

Wurzelkraft





Tatsächlich hatten wir in den letzten Wochen noch mal so einen richtigen Skadiwinter mit ordentlich Schnee und Kälte und Regenbogengefunkel. Doch heute beginnt es zu tauen, und es wird feucht.

Morgens erwachte ich mit einer Idee, mit einem Bild von einem Rohkost-Smoothie aus Rüben. Es fühlte sich an, als ob mir das in der Nacht jemand ins Ohr geflüstert hatte. Mein Verstand tat es zunächst als Spinnerei ab.

Doch zum Frühstück war es klar, so ein Smoothie gehört heute unbedingt dazu. Im Gemüsekorb fand ich Möhren, Pastinaken, Steckrübe, Knollensellerie und Boskopäpfel, tat von allem etwas in den Mixer, dazu Apfelsaft und fertig war der Rüben-Smoothie. Mir schmeckte er ganz wunderbar frisch und süß und leicht, genau das, was mein Körper anscheinend gebraucht hatte.

Und beim Trinken spürte ich eine Kraft von unten, von der Erde, ganz so als ob der Winter mit seinen speziellen Genüssen ein gutes Fundament für den kommenden Frühling legen will. Vielleicht mache ich mir ja Morgen wieder einen.

9.1.13

Skadi



Zurzeit fasziniert mich diese Göttin sehr.

Ich mochte den Winter eigentlich nie besonders. Die Kälte kroch in die Knochen, lähmte. Die warmen Wollsachen kratzten, die Haut reagierte allergisch, Erkältungen wechselten sich alle Nase lang ab, und Winterdepressionen wurden immer schlimmer. Ich fürchtete mich eigentlich gegen Ende des Sommers schon regelrecht vor dem Winter, und das wurde in den letzten Jahren immer stärker.

In diesem Winter hat sich das irgendwie verändert, und mein Blick fällt auf die nordische Eisriesin Skadi und ihre Lust an der kalten Jahreszeit. Skadi ist als Angehörige der Natur waltenden Riesenfamilie und als Tochter des Sturmriesen Thiassi eine Repräsentantin des Winters und des Kälte bringenden Nordwinds und zeigt, wie man die kalte Jahreszeit freudvoll genießen kann, ohne sich hinterm Ofen zu verkriechen. Sie läuft auf Schneeschuhen oder Skiern durch die verschneite Landschaft und jagt mit ihrem Bogen Vögel und allerlei Getier. Und manche meinen, sie ist die Namenspatin von Skandinavien, welches sich auch als Land der Skadi deuten lässt.

Auch wenn Winterjasmin und Zaubernuss schon blühen, freu ich mich drauf, wenn wieder Schnee liegt, der bei genügender Kälte in der Sonne in allen Regenbogenfarben funkelt.

28.11.12

Aschera



Die Exfrau des Wettergottes Ba'al und spätere Gefährtin des alttestamentarlichen Gottes aus dem Jerusalem des 8. und 7. Jh. vuZ. Man fand Inschriften, die lauteten "Jahwe und seine Aschera". Später - in sehr kriegerischen Zeiten - wurden die beiden wieder geschieden, und Aschera wurde aus dem Tempel hinaus geworfen und ihre Darstellungen auch anderswo verboten und zerstört.

Die Sendung "Terra X" im Zdf, das für mich immer das Mainzer Flaggschiff des Katholizismus gewesen ist, berichtete letztens über neuere Ausgrabungsergebnisse. Demnach wurden in Jerusalem rund um den Tempel Hunderte solcher Figurinen aus der Zeit zwischen 750 und 620 vuZ gefunden.




Ihre Form stammt womöglich daher, dass sie ursprünglich in Wäldern und Hainen aus Baumstämmen geschnitzt wurden.

Irgendetwas hat diese Sendung in Bezug auf die Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft der letzten fast 3000 Jahre bei mir zurecht gerückt. So als ob sie ihren angestammten Platz an der Seite des Mannes nach Jahrtausenden der Diskriminierung, Unterdrückung und sogar Auslöschung der Frauen endlich wieder offiziell einnimmt - mit dem Segen des Zweiten Deutschen Fernsehens. Da soll noch einer sagen, es tut sich nichts.



Und wo wir schon mal so schön ketzerisch sind: bei meiner Suche nach Aschera und dem Beduinenstamm, der in Saudi Arabien angeblich unseren lieben Gott erfunden hat, fand ich auch noch ein paar Darstellungen Jahwes aus der Zeit, als es noch nicht verboten gewesen war, ihn abzubilden.


als Herr der Tiere...





...und auf Münzen oder Siegeln mit Kopfschmuck und Gefährt



27.11.12

Matrix-Quantenheilen


Die Wahrscheinlichkeitswolke - die Matrix - das Nullpunktfeld

Da geht der ehrwürdigen Großmutter Schamanismus auf ihre alten Tage aber noch mal richtig ein Licht auf, und zwar im wahrsten Wortsinne: wir sind alle Licht, und alles um uns herum ist nichts als Licht und Welle.

Ein endloses Feld der Möglichkeiten und wir mittendrin. Mit der Kraft unseres Bewusstseins, aus dem Herzen heraus, mit klarer Absicht und tiefem Vertrauen sind wir die Schöpfer unseres eigenen Lebens und der ganzen Welt, nämlich so wie wir sie sehen.

Die uralte Zweipunkt-Methode

Wow! Das ist selbst für jemanden, dem die schamanischen Wirklichkeiten mittlerweile einigermaßen geläufig sind, ziemlich starker Tobak. Das sprengt alle bisherigen Konzepte. Jeder ist tatsächlich seines eigenen Glückes Schmied. Bewusstsein verändert Realität, und wir haben die Wahl.

Wir haben letztens so ein Quantentreffen besucht, und seitdem üben wir fleißig. Man wird sehen.

9.11.12

Zwergengeschichten


Seit diesem Sommer kann ich sie plötzlich sehen, die Zwerge. Ich weiß nicht mehr so genau, wann das passierte, aber es hatte damit zu tun, dass ich schon lange die Idee hatte, ein Seminar über Naturgeister anzubieten, ohne je selber eines besucht zu haben. Während der Vorbereitungszeit nahm ich bewusst Kontakt zu verschiedenen Naturwesenheiten auf, Zwerge waren jedoch keine darunter gewesen, aber auf einmal waren sie trotzdem bei mir, das kleine Volk, und ich fand es zunächst sehr seltsam.



Seitdem kann ich viele von ihnen ständig um mich herum sehen, ungefähr von Handgröße, in bräunlichen Farbtönen, mit spitzen Mützen wuseln sie vor mir auf dem Boden, sodass ich schon mehr als einmal dachte: hoffentlich trete ich nicht mal auf einen! Das ist natürlich Quatsch, denn sie sind ja nicht aus Materie, sondern bestehen aus sichtbar gewordener Energie.


Einmal erzählten sie mir, dass sie auch in mir und in jedem anderen Wesen tätig sind und dort ihre aufbauenden und ordnenden Arbeiten verrichten, die Vorstellung gefiel mir. Manchmal gehe ich in die „Zwergenschule“ und erhalte Informationen und Unterweisungen, die nur sie mir geben können. 


Wie ich erst später begriff, repräsentieren sie die Wachstumsenergie der Erde, verbunden mit den Kräften der Sonne und des Kosmos. Und vor einigen Tagen fiel es mir wie Schuppen von den Augen: beim Betrachten einer Quarzkristallstufe kann man sie ganz genau erkennen, denn dort haben sie sich selber abgebildet und in ihrer Arbeit sichtbar gemacht – kleine Wesen mit spitzen Kappen. Aber auch auf einer Wiese zum Beispiel sind sie in den aufschießenden grünen Halmen und Stängeln gut zu erkennen. Mittlerweile betrachte ich die Welt mit ganz anderen Augen, erkenne überall ihr Wirken.


In einem der wenigen Bücher, die ich zur Vorbereitung auf das Thema Naturgeister las, war eine Anleitung zum Herstellen von Zwergen, und ich wusste sofort: das muss ich tun, es ist wie eine Aufgabe, die sie mir stellen. Also stricke ich seit einem Vierteljahr Zwerge. Den ersten verschenkte ich spontan an den kleinen Jungen, für den wir im Sommer eine Kinderweihe gemacht hatten. Die nächsten zwei – Himpelchen und Pimpelchen - bekam unsere Enkelin zum zweiten Geburtstag. Den vierten bekam eine liebe Freundin, die auf eine weite Reise ging, und den fünften bekam meine Mutter als Dank für den ersten Zwerg, den sie mir schenkte, als ich drei Jahre alt war.


Weitere sind entstanden: ein Kastanienzwerg für unseren Enkel, ein Hagebuttenzwerg für meine jüngere Tochter, ein Herbstzwerg für einen anderen kleinen Jungen, ein Sardischer Strandwichtel fürs Auto, ein Erdzwerg und ein bartloser Zwerg für das neu gebaute Haus einer anderen Freundin. Mittlerweile sind es elf, und es werden noch viele mehr werden.




3.7.12

Ein Treffen


Es war nicht das erste und wird auch hoffentlich nicht das letzte gewesen sein - das Treffen vom "Seelenflug", dem Forum für schamanisch Praktizierende, in diesem Jahr mal wieder bei uns. Es hatten sich zwar kurz vor knapp einige Mitschreiber aus verschiedenen Gründen wieder abgemeldet, aber zum Glück hatte ich einige Menschen von hier, die ich seit Längerem oder Kürzerem mehr oder weniger regelmäßig sehe, auch eingeladen, sodass wir eine richtig schöne Gruppe wurden. Die Forenmitglieder kamen von überall her - die am weitesten fahren mussten von der Ostseeinsel Usedom und aus Ostösterreich.


Es gab kein Programm, alles fand sich wie von selbst. Natürlich gehörte ein Feuer dazu und gemeinsames Trommeln, auch Gesang - für mich hätten es gern mehr Lieder sein dürfen. Wir reinigten uns mit Rauch und riefen die Geister. Wir machten eine Exkursion zu einem nahe liegenden Götterberg, hörten einen Gedichtvortrag, segneten ein Auto, genossen ein erlesenes Räucherritual, grillten, tranken Met und Weihrauchschnaps, und zwischendurch gab es viel Zeit zum Austausch und für spontane Rituale. Zum Schluss war ich "high" und meine Verdauung von den ungewohnten Genüssen hinüber.